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Deutsch Italienisch Der Prosatext im heutigen Standarditalienisch:
Fünfunddreißigstes Kapitel Trentesimo quinto capitolo

Darauf nach einiger Zeit stand ich einst irgendwo, der vergangenen Zeit gedenkend, in tiefem Sinnen und von schmerzlichen Erwägungen durchdrungen, dergestalt, dass mein Äußeres das entsetzlichste Verzagen kund tat. Als ich nun der Not meines Herzens inne ward, erhob ich die Augen, zu sehen, ob jemand mich gewahre. Da sah ich, dass eine edle Frau aus einem Fenster mich so mitleidvoll, dem Anscheine nach, betrachtete, dass es mir war, als sei alles Mitleid in ihr vereinigt. Und wiewohl Unglückliche oft, wenn sie das Mitgefühl anderer wahrnehmen, um so mehr sich gedrungen fühlen, zu weinen, gleich als wenn sie mit sich selber Mitleid hätten, so fühlte auch ich zu der Zeit, wie meine Augen anfingen, weinen zu wollen. Und aus Furcht, mein elendes Leben zu verraten, entfernte ich mich aus den Augen dieser Edlen und sagte darauf bei mir selbst: „Es kann nicht anders sein, bei dieser mitleidvollen Herrin muss die edelste Liebe wohnen!“ Und so beschloss ich denn, ein Sonett zu machen, in welchem ich zu ihr spräche und alles, was ich soeben berichtet habe, in gleicher Weise zusammenfasste. Und ich begann: „Welch großes Mitleid ... „

Neunzehntes Sonett

Welch großes Mitleid hab ich trauern sehen
Auf Euerm Antlitz – und wie lieb und gut
Hat sinnend Euer Aug auf mir geruht,
Den seines Kummers Wucht gebeugt ließ stehen

Ich spürte wohl, es könnt Euch nicht entgehen
Wie dunkel hinströmt meines Lebens Flut;
Mir bangte auch: Ihr säht, wie Kraft und Mut
Zur Angst und Schwäche mählich mir verwehen.

So floh ich Eure Gegenwart, damit
Nicht neue Tränen aus dem Aug mir triebe
Der schmerzlich-wehe Blick, der mich getroffen.

„Tot ist, o schmerzgewohntes Herz, dein Hoffen!
D e r Trost nur stärkt mich: dass dieselbe Liebe
In E u c h auch wohnt, die mir das Herz zerschnitt“.

Poi per alquanto tempo, con ciò fosse cosa che io fosse in parte ne la quale mi
ricordava del passato tempo, molto stava pensoso, e con dolorosi pensamenti tanto che mi faceano
parere de fore una vista di terribile sbigottimento. Onde io, accorgendomi del mio travagliare, levai
li occhi per vedere se altri mi vedesse. Allora vidi una gentile donna giovane e bella molto, la quale
da una finestra mi riguardava sì pietosamente, quanto a la vista, che tutta la pietà parea in lei
accolta. Onde, con ciò sia cosa che quando li miseri veggiono di loro compassione altrui, più tosto
si muovono a lagrimare, quasi come di se stessi avendo pietade, io senti' allora cominciare li miei
occhi a volere piangere; e però, temendo di non mostrare la mia vile vita, mi partio dinanzi da li
occhi di questa gentile; e dicea poi fra me medesimo: «E' non puote essere che con quella pietosa
donna non sia nobilissimo amore». E però propuosi di dire uno sonetto, ne lo quale io parlasse a lei,
e conchiudesse in esso tutto ciò che narrato è in questa ragione. E però che per questa ragione è
assai manifesto, sì nollo dividerò. Lo sonetto comincia: "Videro li occhi miei."

Videro li occhi miei quanta pietate
era apparita in la vostra figura,
quando guardaste li atti e la statura
ch'io faccio per dolor molte fiate.

Allor m'accorsi che voi pensavate
la qualità de la mia vita oscura,
sì che mi giunse ne lo cor paura
di dimostrar con li occhi mia viltate.

E tòlsimi dinanzi a voi, sentendo
che si movean le lagrime dal core,
ch'era sommosso da la vostra vista.

Io dicea poscia ne l'anima trista:
«Ben è con quella donna quello Amore
lo qual mi face andar così piangendo».

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