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Deutsch Italienisch  
Interpretation:
Erster Gesang: Zusammenfassung und Deutung

Es macht Sinn, den ersten Gesang mal genauer zu analysieren, da er erstens der Leitfaden für das gesamte Werk ist und zweitens einen Eindruck vermittelt, wie dicht die einzelnen Passagen miteinander verwoben sind und weil er drittens die Bedeutung allegorischer Redewendungen aufzeigt, die uns noch das ganze Werk beschäftigen werden.

Auf halben Wege unseres Erdenlebens
Musst ich in Waldesnacht verirrt mich schauen weil ich den Pfad verlor des rechten Strebens.


Der erste Vers ist klar, er vermutet, dass er noch mal solange leben wird, wie er bereits gelebt hat, wissen kann er es nicht, aber davon abgesehen ist der Vers klar. Bei der Waldesnacht sehen wir schon aus diesen beiden Versen, dass es sich nicht um einen Wald handeln kann, denn in einem Wald können wir uns zwar nachts verirren, aber das liegt dann daran, dass wir keinen Kompass bei uns haben und wohl kaum daran, dass wir den Pfad des rechten Strebens verloren haben. Waldesnacht ist hier also metaphorisch zu verstehen, stellt ab auf eine moralische Kategorie oder auf einen zerrütteten Seelenzustand. Welcher Art der moralische Mangel / die Zerrüttung seines Seelenzustandes ist, wird nicht gesagt, naheliegend ist, aufgrund der ansonsten festen Verankerung Dantes im christlichen Glauben, dass er fühlt, dass sein Verhalten mit dem christlichen Glauben nicht in Einklang zu bringen ist, bzw. er nicht mehr sicher in seinem Glauben ruht. Wer will, darf das auch moderner sehen und alle möglichen Wirrnisse und Irrwege der Seele hineininterpretieren. Die Erinnerung an diese seelische Wirrniss ist so schlimm, wie die Todeserfahrung selbst. Seine ganze Reise durch die Hölle, den Läuterungsberg und das Paradies hat also nur ein Ziel, aus dieser Wirrniss wieder herauszukommen.

Doch um vom Heile, das ich dort gefunden
zu melden muss ich anderes euch entdecken.

Auch der Schlaf im nächsten Vers ist wohl allegorisch zu deuten, es ist die Trägheit, die ihn in diesen Zustand gebracht hat, Trägheit ist eine der sieben Todsünden.

Er startet nun seinen ersten, ziemlich hoffnungslosen Versuch, aus seiner Krise herauszukommen, versucht es auf eigene Faust, in dem er den Berg besteigt und damit den Wald verlässt. Da der Wald aber schon eine Allegorie ist, ist der Berg auch eine, was wir noch deutlicher sehen, als Vergil ihn später fragt:

Und du nun kehrst zurück zu solchen Leiden?
Warum nicht willst du auf den Berg der Wonnen,
Der Heimstatt aller Seligkeit verweilen?

Hier wird klar, dass es kein "normaler" Berg ist. Er steigt auf jeden Fall in seinem Traum den Berg hinauf und fasst Mut, als sich die Sonne erhebt und die zwei Berggipfel (...seiner Schultern Paar) bestrahlt. Wie man das mit der Sonne sieht (...vom dem Planeten, der uns allerwegen, zum Ziele bringt, bekleidet hell und klar) bleibt jedem selbst überlassen. Entweder sieht er die Sonne als Symbol des Lichtes Gottes oder er stellt auf die Wirkung auf das Gemüt ab, welche die Sonne ja auch hat.

So einfach kann er sich aber nicht aus der wie auch immer gearteten Waldesnacht befreien, denn die Dämonen und Untugenden der Menschheit hindern ihn daran, auf den rechten Pfad zurückzufinden. Symbolisiert werden sie durch einen Pardelluchs, einen Löwen und eine Wölfin. Näheres zum Pardelluchs finden wir hier, http://de.wikipedia.org/wiki/Pardelluchs, aber das konkrete Tier interessiert uns im Moment weit weniger, als seine symbolische Bedeutung (zumal anzunehmen ist, dass Dante einen Luchs meint, denn nur dieser war in Italien zu jener Zeit verbreitet). Er steht für Wollust, der darauf folgende Löwe für Hochmut und die Wölfin, offensichtlich das größte Problem, für Habgier und Geiz. Anzunehmen ist, dass Dante nicht für uns schrieb, sondern für seine Zeitgenossen, und diesen muss die symbolische Bedeutung dieser Tiere bekannt gewesen sein. Wer ein bisschen auf Italienisch googelt, wird zahlweise Hinweise auf antike Autoren finden, die, zumindest den wenigen gebildeten Zeitgenossen Dantes, und an diese wenigen richtet sich wohl das Werk, bekannt gewesen sind. Wie dem auch immer sei, sie stehen für drei der sieben Todsünden. Wie genau sie Dante am Fortschreiten hindern, bleibt offen. Am schlüssigsten wäre die Annahme, dass Dante selbst von diesen Sünden in die Tiefe gezogen wird und er das Elend der Hölle sehen muss, um von diesen Leidenschaften, die Leiden schaffen, befreit zu werden. Beim Anblick dieser drei Todsünden gibt er auf und kehrt in den Wald, wo er erstmal nichts Positives erwarten kann, zurück.

Dort begegnet er dem bekanntesten Dichter der römischen Antike, Vergil, der, wie wir im zweiten Gesang erfahren, von Beatrice, seiner Jugendliebe, vom Himmel geschickt wurde, um ihm in seiner Not beizustehen. Nochmals wird klar, dass die Waldesnacht auf den Seelenzustand Dantes abzielt, denn er weint, was er kaum täte, wenn er sich lediglich in einem Walde verirrt hätte, und jetzt erkennen wir auch die ganze Bedeutung der Wölfin.

Denn dieses Tier, das dich mit Furcht durchdrungen Lässt keinen wandeln seine Straße
Hemmt ihn zuerst, bis dass es ihn verschlungen.

Die Habsucht und der Geiz nehmen zunehmend Besitz von einem Menschen, verzehren ihn und löschen alle anderen Gefühle aus. Auch Bereiche, die frei waren von Habsucht und Geiz, werden instrumentalisiert.

Schon pflegte sich's mit anderem Tier zu gatten
Und mehr noch werden' s sein, bis dass es kühn
Der Jagdhund würgt und heimschickt zu den Schatten.

Dante läßt offen, wer der Jagdhund ist, denkbar ist jede Gewalt, die Italien unter der christlichen Religion eint, zum Beispiel eine Figur wie Heinrich VII, in den Dante eine Zeitlang seine Hoffnung setzte.

Dieser Jagdhund, wer oder was das immer sei, wird alle Todsünden, die sich von der Ursünde ableiten, vernichten, diesen treiben nur die Kardinaltugenden Weisheit, Tugend, Liebe, und er ist an Gold und Land nicht interessiert. Er wird Italien wieder auferstehen lassen (zu Dantes Zeit war Italien in Stadtstaaten und kleine Herzogtümer zersplittert), so wie dies schon Camilla, Turnus und Eurylus, drei Figuren die in der Gründungsgeschichte des römischen Reiches, eine Rolle gespielt haben.

Vergil selber verweilt an einem priviliegierten Ort, gelangt jedoch nicht ins Paradies, weil er, der 19 vor Christus starb, Gott nicht kennen konnte.

Damit ist dann die Handlung, die nun folgt, eingebettet. Dante versucht durch Anschauung der Qualen der Hölle, den Besuch des Läuterungsberges und durch Betreten des Paradieses, wohin ihn Beatrice führen wird, auf den rechten Weg zurückzufinden, unter Leitung Vergils.
DIE HÖLLE: I Gesang Inferno: I CANTO
Auf halbem Wege unsers Erdenlebens
Musst ich in Waldesnacht verirrt mich schauen,
Weil ich den Pfad verlor des rechten Strebens.
Nel mezzo del cammin di nostra vita
mi ritrovai per una selva oscura,
ché la diritta via era smarrita.
Wie hart ist doch die Schildrung dieses rauen,
Verwachsenen wilden Waldes, voll von Schrecken;
Noch heute schafft Erinnrung mir solch Grauen,
Ahi quanto a dir qual era è cosa dura
esta selva selvaggia e aspra e forte
che nel pensier rinova la paura!
Wie bittrer keins der Tod vermag zu wecken!
Doch um vom Heile, dass ich dort gefunden,
Zu melden, muss ich andres Euch entdecken.-
Tant' è amara che poco è più morte;
ma per trattar del ben ch'i' vi trovai,
dirò de l'altre cose ch'i' v'ho scorte.
Wie ich vom Walde kam, kann ich nicht bekunden,
So tief war ich zuvor vom Schlaf benommen,
Als meinem Blick der rechte Weg entschwunden.
Io non so ben ridir com' i' v'intrai,
tant' era pien di sonno a quel punto
che la verace via abbandonai.
Doch nun – an eines Hügels Fuß gekommen,
Wo dieses dunkeln Tales Ende war,
Das mir mit Furcht und Angst das Herz beklommen –
Ma poi ch'i' fui al piè d'un colle giunto,
là dove terminava quella valle
che m'avea di paura il cor compunto,
Sah ich, aufblickend, seiner Schultern Paar
Von dem Planeten, der uns allerwegen
Zum Ziele bringt, bekleidet hell und klar.
guardai in alto e vidi le sue spalle
vestite già de' raggi del pianeta
che mena dritto altrui per ogne calle.
Ein wenig fühlt ich meine Furcht sich legen,
Und spürte nicht mehr, wie bei Nacht, erschrocken
Des Herzens See im Wellensturm sich regen.
Allor fu la paura un poco queta,
che nel lago del cor m'era durata
la notte ch'i' passai con tanta pieta.
Wie ein Geretteter mit Atemstocken
Noch immer sieht zum sichern Strand geflogen
Die Wellen kommen, weiß von Gischt und Flocken:
E come quei che con lena affannata,
uscito fuor del pelago a la riva,
si volge a l'acqua perigliosa e guata,
So wandte sich, noch scheu zur Flucht bewogen,
Mein Geist zurück, starr auf den Engpass blickend,
draus nie ein Wesen lebend heimgezogen.
così l'animo mio, ch'ancor fuggiva,
si volse a retro a rimirar lo passo
che non lasciò già mai persona viva.
Aufs neu gestärkt durch Ruhe, mild-erquickend,
Klomm ich weiter bergan am wüsten Hange,
Zum tiefern Fuß die Last des Leibes schickend.
Poi ch'èi posato un poco il corpo lasso,
ripresi via per la piaggia diserta,
sì che 'l piè fermo sempre era 'l più basso.
Da -! beim Beginn der steilen Felsenwange,
Kam auf mich zu mit buntgeflecktem Felle
Ein Pardelluchs, schmiegsam und flink im Gange;
Ed ecco, quasi al cominciar de l'erta,
una lonza leggiera e presta molto,
che di pel macolato era coverta;
Der wich bei meinem Nahn nicht von der Stelle,
Vertrat den Weg mir gar, dass ich – nicht gern! –
Auf Umkehr mehrmals sonn. – Da glomm die helle
e non mi si partia dinanzi al volto,
anzi 'mpediva tanto il mio cammino,
ch'i' fui per ritornar più volte vòlto.
Frühsonne auf! Die höher stieg von fern,
Mit Sternen wie am Schöpfungstag umgeben,
Als liebreich aus dem Nichts die Hand des Herrn
Temp' era dal principio del mattino,
e 'l sol montava 'n sù con quelle stelle
ch'eran con lui quando l'amor divino
Die Wunder alle schuf zu Licht und Leben:
So dass mir Hoffnung schon die Angst zerstreute
Und ich des bunten Pardeltiers, wie eben
mosse di prima quelle cose belle;
sì ch'a bene sperar m'era cagione
di quella fiera a la gaetta pelle
Des Frühlichts und des Lenzes auch mich freute!
Doch nicht von Herzen so , dass ich vom neuen
Nicht einem andern Schrecken fiel zur Beute:
l'ora del tempo e la dolce stagione;
ma non sì che paura non mi desse
la vista che m'apparve d'un leone.
Ein Löwe nahte mir mit grimmem Dräuen,
Hochauf das Haupt, gereizt von Hungersqual,
Dass selbst die Luft sich schien vor ihm zu scheuen,
Questi parea che contra me venisse
con la test' alta e con rabbiosa fame,
sì che parea che l'aere ne tremesse.
Und eine Wölfin, die so rippenschmal
Von jeglicher Begier, dass von der schlimmen
Längst Not und Leid sich herschrieb ohne Zahl.
Ed una lupa, che di tutte brame
sembiava carca ne la sua magrezza,
e molte genti fé già viver grame,
Ihr Aussehn konnte mich nicht kühner stimmen,
Ich fühlte mich von banger Furcht durchbebt
Und hoffte nimmer, höher noch zu klimmen.
questa mi porse tanto di gravezza
con la paura ch'uscia di sua vista,
ch'io perdei la speranza de l'altezza.
Gleich dem, der hitzig nach Gewinne strebt
Und, hört er des Verlustes Stunde schlagen,
In Reue, Kümmernis und Kleinmut schwebt,
E qual è quei che volontieri acquista,
e giugne 'l tempo che perder lo face,
che 'n tutti suoi pensier piange e s'attrista;
So ließ auch mich dies Ungetüm verzagen;
Und, rückwärtsweichend, um ihm zu entfliehn,
Musst ich den Lauf zur dunklern Tiefe wagen,
tal mi fece la bestia sanza pace,
che, venendomi 'ncontro, a poco a poco
mi ripigneva là dove 'l sol tace.
Wo ganz die Sonne zu verstummen schien.
Dort zeigte meinem Blick sich plötzlich einer,
Als machte langes Schweigen tonlos ihn.
Mentre ch'i' rovinava in basso loco,
dinanzi a li occhi mi si fu offerto
chi per lungo silenzio parea fioco.
„Wer du auch seist!“ begann ich, als ich seiner
Ansichtig ward in diesem wüsten Leer,
„Ob Schatten oder Mensch: erbarm dich meiner!“-
Quando vidi costui nel gran diserto,
«Miserere di me», gridai a lui,
«qual che tu sii, od ombra od omo certo!».
„Ich w a r dereinst ein Mensch, ich b i n s nicht mehr!“
Sprach er. – „Lombarden meine Eltern waren,
Aus Mantua! – Ich ward, spät allzu sehr,
Rispuosemi: «Non omo, omo già fui,
e li parenti miei furon lombardi,
mantoani per patrïa ambedui.
Geboren einst sub J u l i o, dem Zäsaren,
Als man in Rom zur Zeit Augusts des Guten
Wahngöttern noch ließ Ehrfurcht widerfahren.
Nacqui sub Iulio, ancor che fosse tardi,
e vissi a Roma sotto 'l buono Augusto
nel tempo de li dèi falsi e bugiardi.
Ich war Poet und sang den frommgemuten
Anchisessohn, der Troja musste meiden,
Als Ilions Pracht versank in Staub und Gluten.
Poeta fui, e cantai di quel giusto
figliuol d'Anchise che venne di Troia,
poi che 'l superbo Ilïón fu combusto.
Und du nun kehrst zurück zu solchen Leiden?
Warum nicht willst du auf dem Berg der Wonnen,
Der Heimstatt aller Seligkeit dich weiden?“ –
Ma tu perché ritorni a tanta noia?
perché non sali il dilettoso monte
ch'è principio e cagion di tutta gioia?».
„So bist du denn Virgil, der lautre Bronnen,
Dem reich des Wohllauts voller Strom entflossen?“
Ich rief’s bestürzt, die Stirn von Scham umronnen.
«Or se' tu quel Virgilio e quella fonte
che spandi di parlar sì largo fiume?»,
rispuos' io lui con vergognosa fronte.
„Du Glanz und Ehre der Apollgenossen,
Gib, dass mir zur Empfehlung nun gedeihe
Inbrunst und Fleiß, die mir dein Werk erschlossen!
«O de li altri poeti onore e lume,
vagliami 'l lungo studio e 'l grande amore
che m'ha fatto cercar lo tuo volume.
Vorbild und Meister! Dank ich deiner Weihe
Doch nur den schönen Stil, der mir verliehen,
Drob man ein wenig Ruhm ihm prophezeie.
Tu se' lo mio maestro e 'l mio autore,
tu se' solo colui da cu' io tolsi
lo bello stilo che m'ha fatto onore.
Sieh dort das Tier, davor ich im Entfliehen,
Hilf, Weiser und Berühmter, mir von hinnen,
Mir, dem durch Puls und Ader Schauder ziehen!“ –
Vedi la bestia per cu' io mi volsi;
aiutami da lei, famoso saggio,
ch'ella mi fa tremar le vene e i polsi».
„Auf einen andern Ausweg musst du sinnen,“
Sprach er zu mir, den Tränen ganz bezwungen,
„Wenn du dem Schreckensorte willst entrinnen.
«A te convien tenere altro vïaggio»,
rispuose, poi che lagrimar mi vide,
«se vuo' campar d'esto loco selvaggio;
Denn dieses Tier, das dich mit Furcht durchdrungen,
Lässt keinen fahrlos wandeln seine Straße,
Hemmt ihn zuerst, bis dass es ihn verschlungen;
ché questa bestia, per la qual tu gride,
non lascia altrui passar per la sua via,
ma tanto lo 'mpedisce che l'uccide;
Voll List und Tücke steckt’s in solchem Maße,
Dass seine Fresslust nimmer will ermatten:
Noch heißer lechzt es nach, als vor dem Fraße.
e ha natura sì malvagia e ria,
che mai non empie la bramosa voglia,
e dopo 'l pasto ha più fame che pria.
Schon pflegte sich’s mit manchem Tier zu gatten,
Und mehr noch werden sein, bis dass es kühn
Der Jagdhund würgt und heimschickt zu den Schatten.
Molti son li animali a cui s'ammoglia,
e più saranno ancora, infin che 'l veltro
verrà, che la farà morir con doglia.
Den lässt nur Weisheit, Tugend; Liebe glühn,
Nicht Ländergier noch Goldesüberfluß;
Und schlichtem Filze wird sein Stamm entblühn.
Questi non ciberà terra né peltro,
ma sapïenza, amore e virtute,
e sua nazion sarà tra feltro e feltro.
Vom Staub erhebt er zu des Ruhms Genuss
Italien, für des Nisus einst erlagen,
Camilla, Turnus und Euryalus.
Di quella umile Italia fia salute
per cui morì la vergine Cammilla,
Eurialo e Turno e Niso di ferute.
Er wird das Tier durch alle Städte jagen,
Bis es hinabweicht in die Höllenschlünde,
Daraus der Urneid es ans Licht getragen.
Questi la caccerà per ogne villa,
fin che l'avrà rimessa ne lo 'nferno,
là onde 'nvidia prima dipartilla.
Drum denk ich, dass es besser um dich stünde,
Wenn du mir folgst, dass ich dir Rettung leihe
Als sichrer Führer durch die ewgen Gründe.
Ond' io per lo tuo me' penso e discerno
che tu mi segui, e io sarò tua guida,
e trarrotti di qui per loco etterno;
Dort wirst du hören der Verzweiflung Schreie,
Der Vorwelt Geister schaun, die jammernd flehen,
Dass sie ein zweiter Tod vom Schmerz befreie!
ove udirai le disperate strida,
vedrai li antichi spiriti dolenti,
ch'a la seconda morte ciascun grida;
Wirst andre dann in Feuersgluten sehen
Und dennoch froh, weil sie zum selgen Chor,
Wie spät es sei, noch hoffen einzugehen.
e vederai color che son contenti
nel foco, perché speran di venire
quando che sia a le beate genti.
Und treib’s dich dann zur selgen Schar empor,
Schwebt eine Seele, die an Wert und Preise
Mich übertrifft, als Führerin dir vor.
A le quai poi se tu vorrai salire,
anima fia a ciò più di me degna:
con lei ti lascerò nel mio partire;
Denn mir verbot der Herr der Himmelskreise,
Weil einst ich nicht gehorsamt seinen Worten,
Dass ich zu seiner Stadt die Wege weise.
ché quello imperador che là sù regna,
perch' i' fu' ribellante a la sua legge,
non vuol che 'n sua città per me si vegna.
Er herrscht im Weltall, doch regiert nur dorten,
Wo über seiner Stadt sein Thron zu sehen –
Heil jedem, dem sich auftun ihre Pforten!“
In tutte parti impera e quivi regge;
quivi è la sua città e l'alto seggio:
oh felice colui cu' ivi elegge!».
Drauf ich zu ihm: “Poet, lass dich erflehen
Bei jenem Gotte, den du nicht erkannt!
Lass diesem Weh und schlimmern mich entgehen,
E io a lui: «Poeta, io ti richeggio
per quello Dio che tu non conoscesti,
a ciò ch'io fugga questo male e peggio,
Bis ich die Orte sah, die du genannt,
Auf dass ich darf Sankt Peters Pforte grüssen
Und jene schaun, die Trauer übermannt!“
che tu mi meni là dov' or dicesti,
sì ch'io veggia la porta di san Pietro
e color cui tu fai cotanto mesti».
Da schritt er vor – ich folgte seinen Füßen. Allor si mosse, e io li tenni dietro.
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