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Interpretation:

Zweiter Gesang: Zusammenfassung und Deutung

Der zweite Gesang beginnt mit den wohl bekanntesten
Versen der Divina Commedia.

Der Tag entwich, die Dämmerung brach ein
er nahm den Wesen die auf Erden leben
all ihre Mühsal ab...


Berühmt sie schon allein deswegen, weil sie auch dem
Roman Doktor Faustus von Thomas Mann vorangestellt sind.

Er fleht die Musen an (Töchter des Zeus und Schutzgöttinen der Künste), ihm beizustehen, zweifelt aber, dass seine Kraft für die Reise ausreicht. Er nennt nun Silvius Vater, der auch in die Unterwelt hinabgestiegen ist und vergleicht sich mit ihm. Silvius Vater ist aber niemand anderes als Aeneis, der im sechsten Buch der Aeneis von Vergil in die Unterwelt hinabsteigt, um dort seinen Vater Anchises zu besuchen. Aeneis steigt noch lebend zum Orkus hinab, doch in Anbetracht seiner großen Taten, läßt der Feind alles Bösen (Gott) ihn von dort wieder aufsteigen.

(Die Übersetzung von Zoozmann hat hier einen kleinen Fehler, ..würdig des, der ihn beraten...., da fragt man sich wer berät? Der Italienische Text sieht so aus.

Però, se l'avversario d'ogne male
=> Aber dass der Gegner alles Bösen

cortese i fu, pensando l'alto effetto
=> ihm wohlgesonnen, in Anbetracht seiner Verdienste,

ch'uscir dovea di lui e 'l chi e 'l quale,
=> den von hohen Verdienst hinausgehen läßt

non pare indegno ad omo d'intelletto;
=> einem Mann mit Verstand, nicht unverständlich ist

Also ein Mann mit Verstand kann nachvollziehen, dass Gott ihn da wieder raus lässt.)

Die Parallelen zum geplanten Abstieg Dantes in die Höhle sind offensichtlich. Anchises prophezeit Aeneis dann die Zukunft Roms.

Der Mythos sei kurz referiert. Aeneis hatte zwei
Frauen, einmal Krëusa, eine Tochter des Priamos und dann noch Lavinia, Tochter des Latinus. Aus diesen beiden Beziehungen entsprangen zwei Söhen, Ascanius und Silvius. Ascanius war der erste König von Alba Longa, das liegt in der Mythologie in etwa da, wo heute Castelgandolfo liegt. Wie das nun mal so ist unter Brüdern, mochten sie sich nicht und Silvius stürzt Ascanius (oder Numitor Silvius) vom Thron. Seine Nichte Rhea Silivia macht er zur Vestalin, damit sein Bruder keine Enkel bekommt. Da greift Mars in das Geschehen ein, und aus dieser wie auch immer gearteten Umarmung gingen Zwillinge hervor, Romulus und Remus. Die wiederum läßt Silvius (also der Sohn von Aeneis und Lavinia), also der, der vorher seinen älteren Halbbruder vom Thron gestürzt hat, aussetzen. Die beiden überleben aber und werden von einer Wölfin großgezogen, was dann dazu führte, dass es mehr oder weniger eine Million Plastiken gibt, wo zwei Kinder unter einer Wölfin nuckeln. Später werden sie von einem Hirten aufgenommen und werde selber Hirten. Irgendwann mal gibt es aber Ärger mit den Hirten von Ascanius (also der abgesetzte König und Sohn des Aeneis und der trojanischen Prinzessin). Romulus und Remus landen dann irgendwann mal als Gefangene bei ihrem Opa (alles klar, Rhea ist die Tochter von Ascanius, und folglich sind Remus und Romulus die Enkel von Ascanius und Aeneis der Urgroßvater.) Nach einigem Geplauder werden dann die verwandschaftlichen Beziehungen geklärt, und gemeinsam schicken sie dann den Silvius in die Wüste. An dem Ort, wo sie in ihrem Korb gefunden worden waren, gründen sie dann eine Stadt, die heißt dann zufällig Rom. Diese Brüder kriegen sich dann wieder in die Wolle, weil jeder Chef in Rom sein will, und Romulus schlägt dem Remus die Birne ein (der Apfel fällt nicht weit vom Stamm). Rom wiederum ist eine tolle Stadt, hat aber keine Frauen, da klauen sie sich die Frauen der Sabienerinnen, diese Plastik steht heute gegenüber den Uffizien in Florenz usw. usw. Auf jeden Fall wird Rom am Schluss mächtig, aber der Stil, in dem das alles weitergeht, ist schon mal vorgegeben.

Aeneis ist damit sozusagen einer der Gründerväter Roms.

Denn Rom und Reich, will man die Wahrheit künden
War vorbestimmt zum Heilsort, dass die Throne
Dort für des größten Petri Erben stünde


Dass Gott ihn also in die Unterwelt und vor allem wieder zurücklässt ist nachvollziehbar, denn Gott kündete ihm dort nicht nur die Zukunft Roms an, sondern auch, dass der Sitz der katholischen Welt Rom ist, was zwar nicht richtig sein kann, aber das ist jetzt egal. Aber welchen Grund Dante, zu hoffen, dass seine Kraft für die Wanderung ausreichend sei? Das ist die Frage, die er sich nun stellt. Aus diesem Zweifel erlöst ihn Vergil, indem er ihm erzählt, wer ihn geschickt hat, nämlich die in der Vita Nuova verehrte Beatrice. Sie macht sich Sorgen um den umherirrenden Dante und hat Vergil aufgefordert, ihm zur Hilfe zu eilen.

Ist das eingehende Gespräch zwischen Vergil und Beatrice noch verständlich, so wird es ab den Zeilen

Gearten bin ich so von Gottes Gnaden
Dass euer Elend mich nicht rührt zur Schwäche
Noch mich verletzt dieser Brand und Schwaden.


etwas kompliziert. Eine Auflösung kann nur mit einem kommentierten Text des italienischen Orginals erfolgen http://www.mediasoft.it/dante.


Sie selber, das sagen die Verse oben, ist vom Schicksal Vergils, der in einem Zwischenreich zwischen Hölle und Paradies schwebt, aber als Ungläubiger nie das Paradies wird betreten dürfen, ungerührt. Anders verhält es sich mit Maria. Auf sie wird in diesen Versen abgestellt, sie weint unaufhörlich, damit Gott sich der in der Hölle schmorenden erbarme.

Dass droben sie des Urteils Härte brechen
Trübt oder der Not, dahin ich dich nun schicke
Ein himmlisch Weib ihr Aug durch Tränenbäche


Maria ruft wiederum Lucia an, eine Märtyrerin zu Beginn des Christentums Lucia. Lucia wiederum wendet sich an Beatrice, die mit Rachel (im Text Nahel, der ersten Frau Jakobs) zusammen sitzt. Wer also nicht glaubt, dass drei Frauen in den Vorgang involviert sind, der achte auf diese Verse.

Wo drei so hochgebenedeite Frauen
Im Hof des Himmel Sorge für dich zeigen?
Und stärkt mein Wort so wenig dein Vertrauen?


Die Schilderung Vergils zerstreut seine Zweifel, und er ist bereit, die Reise anzutreten.

 

 

 

 

 

 

 

 


DIE HÖLLE: II Gesang Inferno: II CANTO
Der Tag entwich, die Dämmerung brach ein;
Sie nahm den Wesen, die auf Erden leben,
All ihre Mühsal ab – und ich allein
Lo giorno se n'andava, e l'aere bruno
toglieva li animai che sono in terra
da le fatiche loro; e io sol uno
Hielt mich bereit, das Ringen anzuheben
Mit Wegesmüh und Mitleid: hiervon sei
Getreulich ein Erinnrungsbild gegeben! –
m'apparecchiava a sostener la guerra
sì del cammino e sì de la pietate,
che ritrarrà la mente che non erra.
O Musen, Himmelstöchter, steht mir bei;
Gedächtnis, das du schriebst, was ich gesehen,
Jetzt offenbare deinen Adel frei!
O muse, o alto ingegno, or m'aiutate;
o mente che scrivesti ciò ch'io vidi,
qui si parrà la tua nobilitate.
Und also sprach ich: „Dichter, eh wir gehen,
Sieh meine Kraft an: bleibt sie wohl verbündet
Dem Willen, schwere Wandrung zu bestehen?
Io cominciai: «Poeta che mi guidi,
guarda la mia virtù s'ell' è possente,
prima ch'a l'alto passo tu mi fidi.
Des Silvius Vater stieg, wie du verkündet,
Obwohl er noch von Fleisch und Blut ein Wesen,
Hinab wo wandellos der Orkus mündet.
Tu dici che di Silvïo il parente,
corruttibile ancora, ad immortale
secolo andò, e fu sensibilmente.
Doch ließ des Bösen Feind ihn des genesen
In Gnaden, eingedenk der hohen Taten,
Dazu nach Art und Wirkung er erlesen,
Però, se l'avversario d'ogne male
cortese i fu, pensando l'alto effetto
ch'uscir dovea di lui, e 'l chi e 'l quale
So scheint er würdig des, der ihn beraten;
Sein Anspruch darf sich auf den Himmel gründen
Als Vater Roms und Stifter seiner Staaten;
non pare indegno ad omo d'intelletto;
ch'e' fu de l'alma Roma e di suo impero
ne l'empireo ciel per padre eletto:
Denn Rom und Reich, will man die Wahrheit künden,
War vorbestimmt zum Heilsort, dass die Throne
Dort für des größern Petri Erben stünden.
la quale e 'l quale, a voler dir lo vero,
fu stabilita per lo loco santo
u' siede il successor del maggior Piero.
Ihm gab die Wandrung, die du rühmst, zum Lohne
Erkenntnis hoher Dinge; sie errangen
Den Sieg ihm und nachher die Papsteskrone.
Per quest' andata onde li dai tu vanto,
intese cose che furon cagione
di sua vittoria e del papale ammanto.
Auch durfte das Gefäß dahin gelangen,
Das auserwählt zur Stärkung für den Glauben,
Aus dem von je der Heilsweg angefangen!
Andovvi poi lo Vas d'elezïone,
per recarne conforto a quella fede
ch'è principio a la via di salvazione.
Doch wer darf mir dahinzugehn erlauben?
Ich bin Äneas nicht noch Paulus! – Keiner,
Ich selbst nicht darf so hoch den Anspruch schrauben!
Ma io, perché venirvi? o chi 'l concede?
Io non Enëa, io non Paulo sono;
me degno a ciò né io né altri 'l crede.
Und ging ich doch, so fürcht ich, dass man meiner
Als Toren lache. – Du wirst, was ich sage,
Verzeihn und einsehn mehr als sonnst wohl einer!“
Per che, se del venire io m'abbandono,
temo che la venuta non sia folle.
Se' savio; intendi me' ch'i' non ragiono».
Und dem gleich, der in zweifelvoller Lage
Jetzt will , dann nicht will , prüfend wählt mit Schwanken,
Und seine Ursprungs absicht bringt in Frage,
E qual è quei che disvuol ciò che volle
e per novi pensier cangia proposta,
sì che dal cominciar tutto si tolle,
So ich! – Mutlos verwarfen die Gedanken
Im dunkeln Tal den Plan, der erst mich freute,
Den ich so frisch ergriff und ohne Wanken. –
tal mi fec' ïo 'n quella oscura costa,
perché, pensando, consumai la 'mpresa
che fu nel cominciar cotanto tosta.
„Wenn ich der Worte Sinn mir richtig deute,“
Zu mir jetzt des erhabnen Schatten spricht,
„So fiel dein Herz der Kleinmut gar zur Beute,
«S'i' ho ben la parola tua intesa»,
rispuose del magnanimo quell' ombra,
«l'anima tua è da viltade offesa;
Der oft des Menschen beste Kraft zerbricht
Und untreu macht den ehrenvollsten Zwecken:
So scheut ein Ross vorm Spuk im Dämmerlicht!
la qual molte fïate l'omo ingombra
sì che d'onrata impresa lo rivolve,
come falso veder bestia quand' ombra.
Um diese Furcht aus deiner Brust zu schrecken,
Hör meines Kommens Grund und was soeben
Sich zutrug, rasch mein Mitleid dir zu wecken:
Da questa tema acciò che tu ti solve,
dirotti perch' io venni e quel ch'io 'ntesi
nel primo punto che di te mi dolve.
Bei denen war ich, die in Zweifel schweben,
Als mich ein Weib berief, so himmelsschön,
Dass ich sie bat, Befehle mir zu geben.
Io era tra color che son sospesi,
e donna mi chiamò beata e bella,
tal che di comandare io la richiesi.
Ihr Auge schien ein Stern in Himmelshöhn
Ihr Wort erklang so lieblich mir und leise,
Als wär’s aus Engelsmund ein zart Getön:
Lucevan li occhi suoi più che la stella;
e cominciommi a dir soave e piana,
con angelica voce, in sua favella:
‚O Mantuaner Geist, zu dessen Preise
Der Ruhm nicht schwieg und niemals schweigen wird,
Solang der Erdball kreist in seinem Gleise;
"O anima cortese mantoana,
di cui la fama ancor nel mondo dura,
e durerà quanto 'l mondo lontana,
Mein Freund, der nie des Glücke s Freund, er irrt
Am wüsten Abhang, seit ihn Furcht verstörte!
Schon will entfliehn, schon kommt ganz sinnverwirrt
l'amico mio, e non de la ventura,
ne la diserta piaggia è impedito
sì nel cammin, che vòlt' è per paura;
Vom Wege ab, so fürcht ich, der Betörte,
Weil ich zu spät mich hilfreich aufgerafft,
Seit ich von seiner Not im Himmel hörte.
e temo che non sia già sì smarrito,
ch'io mi sia tardi al soccorso levata,
per quel ch'i' ho di lui nel cielo udito.
Auf! Mach ihm Mut durch deiner Worte Kraft,
Mit allem hilf ihm, dass er mag entrinnen,
Und ihm es Rettung, mir Befriedgung schafft.
Or movi, e con la tua parola ornata
e con ciò c'ha mestieri al suo campare,
l'aiuta sì ch'i' ne sia consolata.
Ich, Beatrice,sende dich von hinnen,
Woher ich kam, da zieht mich’s wieder hin;
Aus mir spricht Liebe, sie lenkt mein Beginnen.
I' son Beatrice che ti faccio andare;
vegno del loco ove tornar disio;
amor mi mosse, che mi fa parlare.
Wenn ich bei meinem Herrn erst wieder bin,
So will ich dich vor ihm mit Freuden preisen!’ –
Sie schwieg, ich sprach: O Weib von edelm Sinn,
Quando sarò dinanzi al segnor mio,
di te mi loderò sovente a lui".
Tacette allora, e poi comincia' io:
Voll Tugend, die den Menschen macht zum Weisen
Und hoch lässt über allem Inhalt ragen
Des Himmels, der sich dreht in engsten Kreisen,
"O donna di virtù sola per cui
l'umana spezie eccede ogne contento
di quel ciel c'ha minor li cerchi sui,
Es schafft mir dein Befehl so viel Behagen,
Dass Raschgehorchen selbst noch Säumnis hieß;
Du brauchst den Wunsch nicht drinender zu sagen.
tanto m'aggrada il tuo comandamento,
che l'ubidir, se già fosse, m'è tardi;
più non t'è uo' ch'aprirmi il tuo talento.
Doch sprich: Warum bist du vom Paradies
Furchtlos hierher zum Weltenkern gestiegen,
Wenn Heimweh dich schon jetzt entbrennen ließ? –
Ma dimmi la cagion che non ti guardi
de lo scender qua giuso in questo centro
de l'ampio loco ove tornar tu ardi".
‚Der edeln Wissbegier sei nicht verschwiegen
Der Grund,’ sprach sie, ‚drum will ich kurz dir sagen:
Die Wandrung ließ mir nicht den Mut versiegen,
"Da che tu vuo' saver cotanto a dentro,
dirotti brievemente", mi rispuose,
"perch' i' non temo di venir qua entro.
Denn nur vor solchen Dingen soll man zagen,
Die mit der Macht begabt sind, uns zu schaden,
Vor andern nicht, weil nichts dabei zu wagen.
Temer si dee di sole quelle cose
c'hanno potenza di fare altrui male;
de l'altre no, ché non son paurose.
Geartet bin ich s o von Gott in Gnaden,
Dass euer Elend mich nicht rührt zur Schwäche,
Noch mich verletzet dieser Brand und Schwaden.
I' son fatta da Dio, sua mercé, tale,
che la vostra miseria non mi tange,
né fiamma d'esto 'ncendio non m'assale.
Dass droben sie des Urteils Härte breche,
Trübt ob der Not, dahin ich dich nun schicke,
Ein himmlisch Weib ihr Aug durch Tränenbäche.
Donna è gentil nel ciel che si compiange
di questo 'mpedimento ov' io ti mando,
sì che duro giudicio là sù frange.
Die rief Lucien an im Augenblicke:
„Deiner bedarf jetzt, der so treu es meint,
Nimm sein dich an, dass Rettung ihn erquicke!“
Questa chiese Lucia in suo dimando
e disse: — Or ha bisogno il tuo fedele
di te, e io a te lo raccomando —.
Lucia drauf, die aller Unbill feind,
Erhob sich schnell, dass sie am Ort erscheine,
Wo ich der greisen Nahel saß vereint:
Lucia, nimica di ciascun crudele,
si mosse, e venne al loco dov' i' era,
che mi sedea con l'antica Rachele.
„O Beatrice , Gottgeweihte, Reine –
Bat sie – hilfst du nicht dem, der dir zulieb
Den Schwarm des Pöbels mied und das Gemeine,
Disse: — Beatrice, loda di Dio vera,
ché non soccorri quei che t'amò tanto,
ch'uscì per te de la volgare schiera?
Als ob dein Ohr taub seinem Wehruf bleib,
Den Tod nicht sähest, der ihn will bekriegen
Auf Wogen, wie kein Meer sie wilder trieb?“ –
Non odi tu la pieta del suo pianto,
non vedi tu la morte che 'l combatte
su la fiumana ove 'l mar non ha vanto? —.
So rasch sah man auf Erden keinen fliegen,
Gewinn zu ernten, Schaden zu entgehen,
Als ich vom selgen Chor herabgestiegen,
Al mondo non fur mai persone ratte
a far lor pro o a fuggir lor danno,
com' io, dopo cotai parole fatte,
Sobald solch Wort erging, mich anzuflehen,
Vertrauend deiner Rede Wert und Macht,
Die dich und alle ehrt, die dich verstehen.’ –
venni qua giù del mio beato scanno,
fidandomi del tuo parlare onesto,
ch'onora te e quei ch'udito l'hanno".
Sie sprach’s – worauf sie ihrer Augen Pracht
In hellen Tränen von mir kehrte;
Und ich – auf größre Eile gleich bedacht –
Poscia che m'ebbe ragionato questo,
li occhi lucenti lagrimando volse,
per che mi fece del venir più presto.
Kam also her und hab, wie sie begehrte,
Der Wölfin dich entrissen, als sie dir
Den kurzen Weg zum schönen Berg verwehrte.
E venni a te così com' ella volse:
d'inanzi a quella fiera ti levai
che del bel monte il corto andar ti tolse.
Doch sprich: Warum, warum verziehst du hier?
Was nährst du in der Brust so feiges Grauen,
Bleibst unentschlossen? Brennst nicht vor Begier,
Dunque: che è? perché, perché restai,
perché tanta viltà nel core allette,
perché ardire e franchezza non hai,
Wo drei so hochgebenedeite Frauen
Im Hof des Himmels Sorge für dich zeigen?
Und stärkt mein Wort so wenig dein Vertrauen?“ –
poscia che tai tre donne benedette
curan di te ne la corte del cielo,
e 'l mio parlar tanto ben ti promette?».
Wie sich die Blumen schließen und sich neigen
Im Nachtfrost, aber bei der Sonne Prangen
Am Stengel offnen Kelches lichtwärts steigen,
Quali fioretti dal notturno gelo
chinati e chiusi, poi che 'l sol li 'mbianca,
si drizzan tutti aperti in loro stelo,
So war mein Mut erfrischt, die Furcht vergangen,
Durchs Herz rann wieder Kühnheit wundersam,
Dass ich zu ihm begann, erlöst vom Bangen:
tal mi fec' io di mia virtude stanca,
e tanto buono ardire al cor mi corse,
ch'i' cominciai come persona franca:
„Barmherzge, die mir treu zu Hilfe kam,
Du Guter auch, der willig die Befehle
Der Liebe zu vollstrecken übernahm,
«Oh pietosa colei che mi soccorse!
e te cortese ch'ubidisti tosto
a le vere parole che ti porse!
Mein Herz entbrennt in Sehnsucht – und ich hehle
Dir’s nicht, dass mir dein Wort verscheucht das Bangen.
Ganz füllt der erste Vorsatz mir die Seele,
Tu m'hai con disiderio il cor disposto
sì al venir con le parole tue,
ch'i' son tornato nel primo proposto.
Mit dir zu gehen, da Gleiches wir verlangen;
Drum, Führer, Herr und Meister – auf zur Tat!“
So sprach ich; und als er vorangegangen,
Or va, ch'un sol volere è d'ambedue:
tu duca, tu segnore e tu maestro».
Così li dissi; e poi che mosso fue,
Betrat auch ich den rauen Waldespfad. intrai per lo cammino alto e silvestro.
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