Werbung ausblenden
 

Zu Favoriten...

  Als Startseite...
Deutsch Italienisch Der Prosatext im heutigen Standarditalienisch:
Siebenundzwanzigstes Kapitel Ventesimo settimo capitolo

Nach diesem begann ich eines Tages über dasjenige nachzudenken, was ich von meiner Frau in diesen zwei vorausstehenden Sonetten gesagt hatte, und da ich bei solchem Nachdenken erkannte, wie ich von dem noch nicht gesprochen, was sie gegenwärtig in mir wirkte, und mir das ein Mangel schien, so nahm ich mir vor, einige Worte zu sprechen und zu sagen, wie ich glaubte für ihre Einwirkung empfänglich zu sein, und wie ihre Kraft in mir sich wirksam erwiesen. Und weil ich dafür hielt, dass ich dies alles nicht in der Kürze eines Sonetts würde erzählen können, so begann ich folgende Kanzone:

Dritte Kanzone (Zum Sonett gewordenes Fragment)

Wen lang im Bann die Liebe festgehalten,
Gewöhnt sich ihrer Herrschaft bald und Macht.
Zuerst nur scheinbar auf mein Leid bedacht,
Beglückt mein Herz ihr Wirken jetzt und Walten.

Denn fühl ich ihre Kraft sich voll entfalten
So fliehn die Lebensgeister sanft und sacht,
Die Seele süß erbangt in Not und Nacht,
Indes die Wangen bleichen und erkalten!

Wie wurdest du so laut in mir, o Liebe!
Der Seele laute Seufzer redend gehen
Zur Herrin hin und flehen,

Dass sie, mein Glück zu steigern, hold mir bliebe,
Ach, niemand glaubt, wie reich sie Anmut schmückt,
Von der ein bloßer Blick mich schon beglückt!

Appresso ciò, cominciai a pensare uno giorno sopra quello che detto avea de la
mia donna, cio è in questi due sonetti precedenti; e veggendo nel mio pensero che io non avea detto
di quello che al presente tempo adoperava in me, pareami defettivamente avere parlato. E però
propuosi di dire parole ne le quali io dicesse come me parea essere disposto a la sua operazione, e
come operava in me la sua vertude; e non credendo potere ciò narrare in brevitade di sonetto,
cominciai allora una canzone, la quale comincia: "Sì lungiamente".

Sì lungiamente m'ha tenuto Amore
e costumato a la sua segnoria,
che sì com'elli m'era forte in pria,
così mi sta soave ora nel core.

Però quando mi tolle sì 'l valore
che li spiriti par che fuggan via,
allor sente la frale anima mia
tanta dolcezza, che 'l viso ne smore,

poi prende Amore in me tanta vertute,
che fa li miei sospiri gir parlando,
ed escon for chiamando

la donna mia, per darmi più salute.
Questo m'avene ovunque ella mi vede,
e sì è cosa umìl, che nol si crede.

<<< zurück
weiter >>>
Andrés Ehmann | Stephanstraße 11 | D-10559 Berlin