Werbung ausblenden
 

Zu Favoriten...

  Als Startseite...
Deutsch Italienisch Interpretation:
   Erster Gesang:
   Zusammenfassung und Deutung

DER LÄUTERUNGSBERG: I Gesang PURGATORIO: I CANTO
Nun hisst die Segel meines Geistes Boot,
Durch bessre Fluten steuernd vorzudringen,
Und flieht das Meer, das schreckensvoll gedroht.
Per correr miglior acque alza le vele
omai la navicella del mio ingegno,
che lascia dietro a sé mar sì crudele;
Vom zweiten Reiche soll mein Lied erklingen,
Wohin zur Läuterung die Seelen schweben,
Um würdig in den Himmel sich zu schwingen.
e canterò di quel secondo regno
dove l'umano spirito si purga
e di salire al ciel diventa degno.
Hier mag die tote Dichtkunst sich erheben,
O heilge Musen, da ich bin der Eure!
Hier mag Kalliope auch höher streben,
Ma qui la morta poesì resurga,
o sante Muse, poi che vostro sono;
e qui Calïopè alquanto surga,
Dass sie mein Lied mit jenem Klang befeure,
Davor den Elstern schwand die Hoffnung schier,
Dass je Verzeihung ihrem Lose steure!
seguitando il mio canto con quel suono
di cui le Piche misere sentiro
lo colpo tal, che disperar perdono.
Das sanfte Blau, das Orients Saphir
Ergossen durch den wolkenlosen Bogen
Des Himmels nebst dem irdischen Revier,
Dolce color d'orïental zaffiro,
che s'accoglieva nel sereno aspetto
del mezzo, puro infino al primo giro,
Mit Wonnen hat mein Aug es eingesogen,
Als ich der Grabesluft entronnen war,
Die Herz und Augen mir mit Gram umzogen.
a li occhi miei ricominciò diletto,
tosto ch'io usci' fuor de l'aura morta
che m'avea contristati li occhi e 'l petto.
Der schöne Stern, der Liebe weckt, stand klar
Und machte lachen rings den Orient,
Dass bald die Fische alles Glanzes bar.
Lo bel pianeto che d'amar conforta
faceva tutto rider l'orïente,
velando i Pesci ch'erano in sua scorta.
Und sieh! am andern Pol vom Firmament,
Von rechts erstrahlt des Viergestirnes Schimmer,
Das seit dem ersten Paar kein Mensch mehr kennt.
I' mi volsi a man destra, e puosi mente
a l'altro polo, e vidi quattro stelle
non viste mai fuor ch'a la prima gente.
Der Himmel schien entzückt von dem Geflimmer –
O wie verwaist bist du, arktischer Nord,
Dir leuchten diese Sterne nun und nimmer!
Goder pareva 'l ciel di lor fiammelle:
oh settentrïonal vedovo sito,
poi che privato se' di mirar quelle!
Als ich von ihm die Blicke wende fort,
Ein wenig hinzuspähn zum andern Kreise,
Wo schon der Wagen schwand von seinem Ort,
Com' io da loro sguardo fui partito,
un poco me volgendo a l'altro polo,
là onde 'l Carro già era sparito,
Begegn ich einem einsam stehnden Greise,
Des Anblick mich zu solcher Ehrfurcht zwang,
Wie größre keinem Vater dient zum Preise.
vidi presso di me un veglio solo,
degno di tanta reverenza in vista,
che più non dee a padre alcun figliuolo.
Der Bart, der lockig ihn umfloss, war lang,
Mit Silberglanz, dem Haupthaar gleich, durchschossen,
Das in zwei Wellen auf die Brust ihm sank.
Lunga la barba e di pel bianco mista
portava, a' suoi capelli simigliante,
de' quai cadeva al petto doppia lista.
Des heilgen Viergestirnes Strahlen gossen
Ihm über’ s Haupt so feierliche Helle,
Als hielt’ s ein Sonnendiadem umschlossen. –
Li raggi de le quattro luci sante
fregiavan sì la sua faccia di lume,
ch'i' 'l vedea come 'l sol fosse davante.
„Wer seid ihr, die des ewgen Kerkers Schwelle
Verließen, trotzend finsterm Strom entgegen?“
Klangs aus des Bartes würdger Silberwelle.
«Chi siete voi che contro al cieco fiume
fuggita avete la pregione etterna?»,
diss' el, movendo quelle oneste piume.
„Wer führte euch, wer borgte Licht den Wegen
Aus tiefster Nacht, wo die verlorne Rotte
Mit ewgem Schwarz die Höllenschlünde hegen?
«Chi v'ha guidati, o che vi fu lucerna,
uscendo fuor de la profonda notte
che sempre nera fa la valle inferna?
Ward das Gesetz des Abgrunds so zum Spotte,
Geändert jüngst des Himmels Wort und Weise,
Dass ihr, Verdammte, nahet meiner Grotte?“
Son le leggi d'abisso così rotte?
o è mutato in ciel novo consiglio,
che, dannati, venite a le mie grotte?».
Da rührte am Gewand Virgil mich leise
Und machte mir die Knie und die Mienen
Durch Wort und Wink ehrfürchtig vor dem Greise,
Lo duca mio allor mi diè di piglio,
e con parole e con mani e con cenni
reverenti mi fé le gambe e 'l ciglio.
Und sprach: „Nicht durch mich selbst bin ich erschienen.
Ein Weib stieg bittend von der höchsten Sphäre:
Hilfreich als Führer sollt ich dem hier dienen.
Poscia rispuose lui: «Da me non venni:
donna scese del ciel, per li cui prieghi
de la mia compagnia costui sovvenni.
Doch weil’s dein Wille, dass ich dir erkläre,
Wie es in Wahrheit stehe mit uns beiden,
Ist’s auch mein Wille, dass ich dies gewähre.
Ma da ch'è tuo voler che più si spieghi
di nostra condizion com' ell' è vera,
esser non puote il mio che a te si nieghi.
D e r sah noch nicht den letzten Abend scheiden,
Doch stand er dicht davor, irrtumverblendet,
Dass nur noch wenig Schritte zu vermeiden.
Questi non vide mai l'ultima sera;
ma per la sua follia le fu sì presso,
che molto poco tempo a volger era.
Zu seiner Rettung ward ich da gesendet,
Und keinen andern Ausweg fand ich gut
Als den, auf dem ich mich hierher gewendet.
Sì com' io dissi, fui mandato ad esso
per lui campare; e non lì era altra via
che questa per la quale i' mi son messo.
Ich wies ihm der Verdammten ganze Brut
Und denke, jetzt die Geister ihm zu zeigen,
Die dort sich läutern unter deiner Hut.
Mostrata ho lui tutta la gente ria;
e ora intendo mostrar quelli spirti
che purgan sé sotto la tua balìa.
Wie ich ihm half und riet, lass mich verschweigen:
Höheres Walten stärkte mein Bestreben,
Ihn herzubringen, sich vor dir zu neigen.
Com' io l'ho tratto, saria lungo a dirti;
de l'alto scende virtù che m'aiuta
conducerlo a vederti e a udirti.
Nun wolle seinem Hiersein Gnade geben;
Freiheit sucht er, heilig genug und teuer,
Um ihr zuliebe zu verschmähn das Leben.
Or ti piaccia gradir la sua venuta:
libertà va cercando, ch'è sì cara,
come sa chi per lei vita rifiuta.
Du kennst sie! gabst du doch als ihr Getreuer
In Utica dahin dein sterblich Kleid,
Das herrlich glühn wird im Verklärungsfeuer.
Tu 'l sai, ché non ti fu per lei amara
in Utica la morte, ove lasciasti
la vesta ch'al gran dì sarà sì chiara.
Des Himmels Schluss ward nicht durch uns entweiht:
D e r lebt, und mich hält Minos nicht im Zwange,
Ich bin vom Kreise, wo in Sittsamkeit
Non son li editti etterni per noi guasti,
ché questi vive e Minòs me non lega;
ma son del cerchio ove son li occhi casti
Das Auge deiner Marcia fleht so bange:
O heilig Herz, lass bleiben mich dein Eigen! –
Drum ihr zuliebe huldvoll uns empfange.
di Marzia tua, che 'n vista ancor ti priega,
o santo petto, che per tua la tegni:
per lo suo amore adunque a noi ti piega.
Durch deine sieben Reiche lass uns steigen!
Ich will ihr Gruß und Liebes von dir sagen,
Falls ich dort unten nicht von dir soll schweigen!“ –
Lasciane andar per li tuoi sette regni;
grazie riporterò di te a lei,
se d'esser mentovato là giù degni».
„War Marcia auch mein Glück und süß Behagen,“
Sprach er, „als ich noch drüben mit ihr weilte,
So dass ich keinen Wunsch ihr abgeschlagen,
«Marzïa piacque tanto a li occhi miei
mentre ch'i' fu' di là», diss' elli allora,
«che quante grazie volse da me, fei.
Jetzt, da die Trennungswelle sie ereilte,
Kann sie mich nicht nach dem Gesetz bewegen,
Das man, seit ich dem Fluch entrann, erteilte.
Or che di là dal mal fiume dimora,
più muover non mi può, per quella legge
che fatta fu quando me n'usci' fora.
Doch wenn dich eines Himmelsweibes Segen
Hierher entbot – was braucht’ s da Schmeicheleien?
Genug, wenn du mich anrufst ihretwegen.
Ma se donna del ciel ti move e regge,
come tu di', non c'è mestier lusinghe:
bastisi ben che per lei mi richegge.
Geh denn, mit einem Gürtel ihn zu weihen,
Aus Binsen; auch sein Antlitz lass ihn baden,
Von jedem Staubesfleck es zu befreien.
Va dunque, e fa che tu costui ricinghe
d'un giunco schietto e che li lavi 'l viso,
sì ch'ogne sucidume quindi stinghe;
Nicht ziemt es sich, mit Augen nachtbeladen
Zu treten vor den ersten aller Engel,
Die strahlend gehn auf Paradiesespfaden.
ché non si converria, l'occhio sorpriso
d'alcuna nebbia, andar dinanzi al primo
ministro, ch'è di quei di paradiso.
Als grüner Kranz umrauscht des Eilands Sprengel,
Wo an den sumpfgen Rand die Wellen schlagen,
Ein Wald von Schilf mit schmiegsam-weichem Stengel.
Questa isoletta intorno ad imo ad imo,
là giù colà dove la batte l'onda,
porta di giunchi sovra 'l molle limo:
Denn andre Pflanzen, die da Blätter tragen
Und sich verholzen, können hier nicht leben,
Wo es sich bücken heißt, wenn Wellen jagen.
null' altra pianta che facesse fronda
o indurasse, vi puote aver vita,
però ch'a le percosse non seconda.
Statt nun von dort zurück euch zu begeben,
Erklimmt den Berg; die Sonne wird euch zeigen
Bequemen Weg – schaut: sie erhebt sich eben!“
Poscia non sia di qua vostra reddita;
lo sol vi mosterrà, che surge omai,
prendere il monte a più lieve salita».
Damit entschwand der Greis. In tiefem Schweigen
Erhob ich mich vom Knien und ließ sodann
Den Blick zu meinem Führer fragend steigen.
Così sparì; e io sù mi levai
sanza parlare, e tutto mi ritrassi
al duca mio, e li occhi a lui drizzai.
Der sprach: „Komm, schließ dich meinen Fersen an;
Dorthin soll’s gehen, wo sich zum Horizonte
Die Ebne neigt bis dicht ans Meer hinan.“ –
El cominciò: «Figliuol, segui i miei passi:
volgianci in dietro, ché di qua dichina
questa pianura a' suoi termini bassi».
Schon floh, weil heller sich der Ost besonnte,
Der Morgendämmer, dass ich bald vom weiten
Der Wellen Flimmerspiel erkennen konnte.
L'alba vinceva l'ora mattutina
che fuggia innanzi, sì che di lontano
conobbi il tremolar de la marina.
Wir gingen, wo sich öde Strecken breiten,
Wie einer zum verlornen Pfade kehrt
Und bis zu ihm vergebens glaubt zu schreiten. –
Noi andavam per lo solingo piano
com' om che torna a la perduta strada,
che 'nfino ad essa li pare ire in vano.
Wo sich der Tau des Sonnenpfeils erwehrt,
Solang sich über ihm der Schatten spreitet,
Dass langsam Perl um Perle sich verzehrt,
Quando noi fummo là 've la rugiada
pugna col sole, per essere in parte
dove, ad orezza, poco si dirada,
Am Strand hier sah ich, wie sanft-ausgebreitet
Virgil auf’ s feuchte Gras die Hände reckte,
Dass ich, von seiner Absicht recht geleitet,
ambo le mani in su l'erbetta sparte
soavemente 'l mio maestro pose:
ond' io, che fui accorto di sua arte,
Mein tränend Antlitz ihm entgegenstreckte,
Bis er die alte Farbe ihm und Glätte
Zurückgab, die der Höllenqualm noch deckte.
porsi ver' lui le guance lagrimose;
ivi mi fece tutto discoverto
quel color che l'inferno mi nascose.
Drauf kamen wir zur öden Küstenstätte,
Die nie auf ihrer Flut ein Fahrzeug sah,
Das jemals wieder heimgefunden hätte.
Venimmo poi in sul lito diserto,
che mai non vide navicar sue acque
omo, che di tornar sia poscia esperto.
Er gürtete, treu dem Geheiß, mich da,
Doch kaum, dass er die schlichten Halme knickte:
Sie sprossten neu – ein Wunder, wie’s geschah –
Quivi mi cinse sì com' altrui piacque:
oh maraviglia! ché qual elli scelse
l'umile pianta, cotal si rinacque
So schnell als ich gebrochen sie erblickte! subitamente là onde l'avelse.
<<< zurück
weiter >>>
Andrés Ehmann | Stephanstraße 11 | D-10559 Berlin