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Deutsch Italienisch Interpretation:

Neunzehnter Gesang: Zusammenfassung und Deutung

Im dritten Tal des achten Kreises sind die, die mit Ämtern schacherten, vor allem kirchliche Würdenträger, die Ämter kauften und verkauften, um damit Geld zu verdienen.

Der erste Vers

O Simon Magus! O verruchter Jünger

zielt auf Simon von Samarien. Geschichtlich Konkretes ist wenig überliefert, erwähnt wird er in der Apostelgeschichte des Lukas der Bibel.

Als die Apostel in Jerusalem gehört hatten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. Als diese hinabgekommen waren, beteten sie für sie, damit sie den Heiligen Geist empfangen möchten; denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist. Als aber Simon sah, dass durch das Auflegen der Hände der Apostel der Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld und sagte: Gebt auch mir diese Macht, dass der, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfange. Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du gemeint hast, dass die Gabe Gottes durch Geld zu erlangen sei! Du hast weder Teil noch Recht an dieser Sache, denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott. Tu nun Buße über diese deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir etwa der Anschlag deines Herzens vergeben werde; denn ich sehe, dass du voll bitterer Galle und in Banden der Ungerechtigkeit bist. Simon aber antwortete und sprach: Bittet ihr für mich den Herrn, damit nichts über mich komme von dem, was ihr gesagt habt."

Er hat also versucht, Petrus mit Geld zu bestechen um so die Möglichkeit zu erhalten, den Geist zu spenden, in gewissem Sinne also ein kirchliches Amt zu erhalten, von daher der Begriff Simonie für Ämterhandel. Der Beiname Magus rührt von der Tatsache her, dass manche Quellen davon berichten, dass er Leute in Verzückung geraten lassen konnte.

Diese Verse sind wieder erklärungsbedürftig.

Die den Taufurnen ähnlich mir an Breite
In meinem schönen Sankt Johann erschienen
Die sich befinden an des Beckens Seite

Vor Jahren erst zerschlug ich eins von ihnen
Weil drein ein Knabe fiel und schier erstickte
Dies mag als Wahrheit Irrtum tilgend dienen

Gemeint sind Röhren, die an der oben genannten Kirche neben den Taufbecken angebracht waren, worin die Priester standen, die tauften, damit sie von der Menge nicht umgestoßen werden. Also ein Kind ein eine solche Röhre fiel, zerschlug Dante diese Röhre mit einer Axt.

Die Simonisten stecken kopfüber in Löchern, während ihre Sohlen einem Feuer ausgesetzt sind. Dante läßt sich nun von Vergil den Abhang hinuntertragen (sie stehen ja immer noch auf dem Damm, der den zweiten vom dritten Tal trennt und spricht den an, der am heftigsten mit den Beinen strampelt. Es ist der Papst ist Papst Nikolaus III. ( Paptst von 1277 bis 80). Inwieweit dieser Papst mehr als andere mit Ämtern schacherte läßt sich so ohne weiteres nicht beurteilen, aber da es ja unter den Päpsten vor und nach Dante so viele trübe Gestalten gab, kann man ruhig ein paar in der Hölle landen lassen. Papst Nikolaus III entstammte der Familie der Orsini und da orso Bär heißt, erklärt sich auch dieser Vers.

Als Bärensprößling nur auf Wohl der Bären
Bedacht, hab Gold ich droben eingesagt
Und hier mich selbst. Doch lass dir nur erklären…


Angespielt wird wohl auf eine Amtsanhäufung und Übertragung von Ämtern an Mitglieder seiner Familie, zum Beispiel seinen Bruder. Gewiss ist auf jeden Fall, dass auch sein Nachfolger, Bonifaz VIII. (Papst von 1294 bis 1303) ihm folgen wird. Diesen Bonifaz VIII kennen wir schon, das ist jener Papst, den Phillip der Schöne von Frankreich in Anagni 7. September 1303, der Sommerresidenz von Bonifaz VIII gefangen nehmen ließ. Er wurde zwar wieder befreit, verstarb aber einen Monat später. Auch der nächste Papst der dann folgt, landet in der Hölle.

Denn nach ihm kommt aus West, noch mehr befleckt
Ein Hirt missachtende aller Satzung Banden
Der mich und jenen unter sich bedeckt

Gemeint ist Clemens V (gestorben 1314). Er war noch von Bonifaz VIII, also dem Erzfeind von Phillip dem Schönen, zum Erzbischof von Bordeaux ernannt worden und wird während seiner Zeit als Erzbischof von Bordeaux ein enger Vertrauter Phillips. Am 5. Juni 1305 wird er zum Papst gewählt. Ab dem Jahre 1309 verlegt er den Sitz des Papstes nach Avignon. Gemeinsam mit Phillip lässt er die Templer gefangen nehmen und aufgrund unter Folter abgepresster Geständnisse, einige zum Tode verurteilen. Am 19. März 1314 wird Jacques de Molay, der Großmeister der Templer verbrannt. Er verflucht auch dem Scheiterhaufen Phillip und Clement und letzterer wird ihn nur um einen Monat überleben. Er stirbt am 20 April 1314 an Krebs.

Ein zweiter Jason ist‘ s, wie wir ihn fanden
Im Makkabäerbuch: Sie dem war mild
Sein Fürst ist‘ s ihm, der Herr von Frankreichs Landen

Der Herr von Frankreichs Landen ist Phillip der Schöne, der, positiv formuliert, Clement IV freundschaftlich verbunden war, negativ formuliert, das Papstum für seine Zwecke instrumentalisierte. Wir haben also eine ähnliche Konstellation wie zwischen Jason und König Antiochus (2.Buch Makkabäer, 4 Kapitel)

„7 Als aber Seleukus gestorben und die Herrschaft an Antiochus mit dem Beinamen Epiphanes gekommen war, erschlich Jason, der Bruder des Onias, sich das Hohepriesteramt. 8 Er versprach dem König, als er mit ihm zusammentraf, dreihundertsechzig Zentner Silber und aus anderm Einkommen achtzig Zentner. 9 Und darüber hinaus versprach er, ihm noch hundertfünfzig Zentner zu überschreiben, wenn man gestatten wollte, dass er aus eigner Vollmacht eine Kampfbahn und einen Übungsplatz für junge Leute herrichtete und die Jerusalemer als Antiochener einschrieb.10 Als der König zustimmte und Jason die Macht ergriffen hatte, gewöhnte er sogleich seine Mitbürger an die griechische Lebensart.“

Antiochus (215-164) herrschte über eines der Reiche, die nach dem Tode Alexander des Großen entstanden waren. Jason war der Bruder des Hohepriesters Onias III, der in Ungnade gefallen war und dessen Priesteramt er durch Zahlung der oben genannten Summen übernahm. Geholfen hat es nicht viel, denn später verkauft Antiochus das Amt an einen anderen.

Trugs Petrus und den anderen Reichtum ein
Als sie durch Losung den Matthias kürten
Nachfolger des Ischariot zu sein

Angespielt wird auf eine Geschichte der Apostelgeschichte des Lukas, 1 Kapitel, 15ff

„Und in den Tagen trat aPetrus auf unter den Brüdern - es war aber eine Menge beisammen von etwa hundertzwanzig - und sprach: Ihr Männer und Brüder, es mußte das Wort der Schrift erfüllt werden, das der heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat über Judas, der denen den Weg zeigte, die Jesus gefangennahmen; denn er gehörte zu uns und hatte dieses Amt mit uns empfangen. Der hat einen Acker erworben mit dem Lohn für seine Ungerechtigkeit. Aber er ist vornüber gestürzt und mitten entzwei geborsten, so daß alle seine Eingeweide hervorquollen. Und es ist allen bekanntgeworden, die in Jerusalem wohnen, so daß dieser Acker in ihrer Sprache genannt wird: Hakeldamach, das heißt Blutacker. Denn es steht geschrieben im Psalmbuch (Psalm 69,26; 109,8): «Seine Behausung soll verwüstet werden, und niemand wohne darin», und: «Sein Amt empfange ein andrer.» So muß nun einer von diesen Männern, die bei uns gewesen sind ddie ganze Zeit über, als der Herr Jesus unter uns ein- und ausgegangen ist - von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tag, an dem er von uns genommen wurde -, mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden. Und sie stellten zwei auf: Josef, genannt Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias, und ebeteten und sprachen: Herr, der du aller Herzen kennst, zeige an, welchen du erwählt hast von diesen beiden, damit er diesen Dienst und das Apostelamt empfange, das Judas verlassen hat, um an den Ort zu gehen, wohin er gehört. Und sie fwarfen das Los über sie, und das Los fiel auf Matthias; und er wurde zugeordnet zu den elf Aposteln.“

Dich schützt die Ehrfuhrt christlicher Gemüter
Die Ehrfuhrcht vor den Schlüsseln, die im Lichte
Des Tages du bewahrtest einst als Hüter

Das heißt auf Deutsch, wenn auch der konkrete Papst ein Totalpleite war, so zollen Christen doch dem Amt als sich Respekt.

Euch Päpste meinte der Evangelist
Als er das Weib gesehn auf Meereswogen
Das zu umbullen sich vermisst

Die Siebenköpfige hat Kraft gesogen
aus zehnfachen Horn, solang- bedacht
Und treu-der Tugend ihr Gemahl gepflogen

Angespielt wird wohl auf die Offenbarung des Johannes 17. Kapitel. Dass darauf angespielt wird ergibt sich aber lediglich aus der Tatsache, dass auch dort von einem Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern die Rede ist. Wer will, es gibt verschiedene Lesarten, kann die Verse so verstehen. Die christliche Religion hat sieben Köpfe (entweder die sieben Tugenden oder die die sieben Sakramente) und zehn Hörner, die zehn Gebote. Und solange ihr Gemahl, als der Papst, auf dem Pfade der Tugend wandelte, war alles in Butter.

Wie viele Übel, Konstantin, entsprangen
Nicht deinem Übertritt – nein, deiner Schenkung
Die einst der erste reiche Papst empfangen
Angespielt wird auf die sogenannte Konstantinische Schenkung, mit der Konstantin I, (272-324), dass eine Wende in der Christenverfolgung einleitete, weil er sie beendete, den Westteil des römischen Reiches Papst Silvester I vermachtet, welche dadurch, naheliegenderweise, reich wurde. Erst im 15 Jahrhundert zeigte sich, dass die Dokumente gefälscht waren, Dante ging also noch davon aus, dass Konstantin tatsächlich das weströmische Reich Silvester vermacht hatte.

DIE HÖLLE: XIX Gesang Inferno: XIX CANTO
O Simon Magus! O verruchte Jünger!
Was sich der Tugend nur vermählt mit Recht,
Ihr habt das Heiligste wie schlechten Dünger
O Simon mago, o miseri seguaci
che le cose di Dio, che di bontate
deon essere spose, e voi rapaci
Für Geldwert zu verschachern euch erfrecht!
Ihr haust im dritten Unheilssack, drum schalle
Posaunenklang von euerm Schandgeschlecht! –
per oro e per argento avolterate,
or convien che per voi suoni la tromba,
però che ne la terza bolgia state.
Schon tauchte unser Blick, wo jäh im Falle
Der Felshang abstürzt, schaudernd tief zum Grunde
Vom Kamm hinab zur nächsten Schreckenshalle.
Già eravamo, a la seguente tomba,
montati de lo scoglio in quella parte
ch'a punto sovra mezzo 'l fosso piomba.
Kunst höchster Weisheit! – Selbst im Höllenschlunde,
Nicht nur im Himmel und im Erdenland,
Wird deiner Allgerechtigkeit uns Kunde! –
O somma sapïenza, quanta è l'arte
che mostri in cielo, in terra e nel mal mondo,
e quanto giusto tua virtù comparte!
Mein Blick im Grunde wie an jeder Wand
Kreisrunde Löcher, alle gleich an Weite,
In schwärzlich-grauen Fels gemeißelt fand,
Io vidi per le coste e per lo fondo
piena la pietra livida di fóri,
d'un largo tutti e ciascun era tondo.
Die den Taufurnen ähnlich mir an Breite
In meinem schönen Sankt Johann erschienen,
Die sich befinden an des Beckens Seite:
Non mi parean men ampi né maggiori
che que' che son nel mio bel San Giovanni,
fatti per loco d'i battezzatori;
Vor Jahren erst zerschlug ich eins von Ihnen,
Weil drein ein Knabe fiel und schier erstickte –
Dies mag als Wahrheit Irrtum-tilgend dienen!
l'un de li quali, ancor non è molt' anni,
rupp' io per un che dentro v'annegava:
e questo sia suggel ch'ogn' omo sganni.
Aus jedem Loch vorragend ich erblickte
Der Sünder Füße bis zum Wadenrand,
Sonst war der Leib verdeckt. Von draußen schickte
Fuor de la bocca a ciascun soperchiava
d'un peccator li piedi e de le gambe
infino al grosso, e l'altro dentro stava.
Das Feuer auf die Sohlen hellen Brand,
Drum war so heftig ihrer Knöchel Drehen,
Dass leicht geborsten wäre Strick und Band.
Le piante erano a tutti accese intrambe;
per che sì forte guizzavan le giunte,
che spezzate averien ritorte e strambe.
Wie wir bei ölgetränkten Stoffen sehen,
Dass obenhin Stichflammen bläulich rennen,
So flackert’s zwischen Fersen hier und Zehen.
Qual suole il fiammeggiar de le cose unte
muoversi pur su per la strema buccia,
tal era lì dai calcagni a le punte.
Ich fragte: „Meister, willst du den mir nennen,
Der mehr als andre mit der Füße Schlagen
Sich wehrt und dessen Sohlen röter brennen?“
«Chi è colui, maestro, che si cruccia
guizzando più che li altri suoi consorti»,
diss' io, «e cui più roggia fiamma succia?».
Da sprach Virgil: „ Soll ich dich abwärtstragen
Die Felsen, wo sie mindersteil sich neigen,
Wird er von sich und seiner Schuld dir sagen.“ –
Ed elli a me: «Se tu vuo' ch'i' ti porti
là giù per quella ripa che più giace,
da lui saprai di sé e de' suoi torti».
„Beschließe, was sich dir als gut mag zeigen,“
Sprach ich, „du bist der Herr; mein Wille pflichtet
Dir bei, denn du verstehst mich auch beim Schweigen!“
E io: «Tanto m'è bel, quanto a te piace:
tu se' segnore, e sai ch'i' non mi parto
dal tuo volere, e sai quel che si tace».
So ward zum vierten Damm der Schritt gerichtet,
Und der Poet trug mich zur Linken nieder,
Wo Loch an Loch im engen Grund sich schichtet.
Allor venimmo in su l'argine quarto;
volgemmo e discendemmo a mano stanca
là giù nel fondo foracchiato e arto.
Nicht eher ließ mich auf den Boden wieder
Der Meister gleiten, bis vor d e m wir standen,
Dem Tränen tropften seine untern Glieder.
Lo buon maestro ancor de la sua anca
non mi dipuose, sì mi giunse al rotto
di quel che si piangeva con la zanca.
Ich rief: „Gequälter Geist, in Glut und Banden,
Kopfanwärts, wie ein festgerammter Pfahl,
Sprich, kam die Sprache dir noch nicht abhanden!“
«O qual che se' che 'l di sù tien di sotto,
anima trista come pal commessa»,
comincia' io a dir, «se puoi, fa motto».
Ich stand dem Beichtger gleich, den voller Qual
Zurück der Mörder rief, der – schon im Loch –
Den Tod verzögern möchte noch einmal.
Io stava come 'l frate che confessa
lo perfido assessin, che, poi ch'è fitto,
richiama lui per che la morte cessa.
Er aber schrie: „ Kommst du so zeitig doch,
O Bonifaz, zu diesen Trauerborden,
Trotzdem dir prophezeit manch Jährchen noch?
Ed el gridò: «Se' tu già costì ritto,
se' tu già costì ritto, Bonifazio?
Di parecchi anni mi mentì lo scritto.
So schnell bist du der Güter satt geworden,
Drum trügrisch du die schöne Frau bestohlen,
Um Ehr und Seele schändlich ihr zu morden?“
Se' tu sì tosto di quell' aver sazio
per lo qual non temesti tòrre a 'nganno
la bella donna, e poi di farne strazio?».
Ich mühte mich umsonst, den Sinn zu holen
Aus diesem Wort, stand sprachlos und beklommen,
Als wär zu spotten meiner, ihm befohlen.
Tal mi fec' io, quai son color che stanno,
per non intender ciò ch'è lor risposto,
quasi scornati, e risponder non sanno.
Mein Meister trieb: „Nur rasch das Wort genommen:
Sah ihm, dass du nicht der Geglaubte seist!“
Ich eilte, dem Gebote nachzukommen;
Allor Virgilio disse: «Dilli tosto:
"Non son colui, non son colui che credi"»;
e io rispuosi come a me fu imposto.
Drauf krümmte heftig Fuß und Bein der Geist,
Um schmerzgepreßt und wimmernd mich zu fragen:
„Welch Wunsch ist’s also, der dich forschen heißt?
Per che lo spirto tutti storse i piedi;
poi, sospirando e con voce di pianto,
mi disse: «Dunque che a me richiedi?
Doch ließ dein Wissensdrang den Weg dich wagen
Zur Hölle, will ich Antwort die gewähren:
Den großen Mantel hab ich einst getragen!
Se di saper ch'i' sia ti cal cotanto,
che tu abbi però la ripa corsa,
sappi ch'i' fui vestito del gran manto;
Als Bärensprößling nur auf’s Wohl der Bären
Bedacht, hab Gold ich droben eingesackt,
Und hier mich selbst. Doch lass dir nur erklären:
e veramente fui figliuol de l'orsa,
cupido sì per avanzar li orsatti,
che sù l'avere e qui me misi in borsa.
Dass unter mir noch viel sind hingepackt,
Gequetscht vom Fels, die mir das Beispiel gaben,
Wie man beim Ämterschacher plackt und zwackt.
Di sotto al capo mio son li altri tratti
che precedetter me simoneggiando,
per le fessure de la pietra piatti.
Auch ich versink noch tiefer hier im Graben,
Wenn der, für den ich dich erst angesehen,
Hierherkommt, seiner Sünden Lohn zu haben.
Là giù cascherò io altresì quando
verrà colui ch'i' credea che tu fossi,
allor ch'i' feci 'l sùbito dimando.
Auch er wird einst in diesem Loche stehen,
Brennenden Fußes, köpflings-hingestreckt,
Nur minder-lange, als mir selbst geschehen.
Ma più è 'l tempo già che i piè mi cossi
e ch'i' son stato così sottosopra,
ch'el non starà piantato coi piè rossi:
Denn nach ihm kommt aus West, noch mehr befleckt,
Ein Hirt, missachtend aller Satzung Banden,
Der mich und jenen unter sich bedeckt.
ché dopo lui verrà di più laida opra,
di ver' ponente, un pastor sanza legge,
tal che convien che lui e me ricuopra.
Ein zweiter Jason ist’s, wie wir ihn fanden
Im Makkabäerbuch: wie d e m war mild
Sein Fürst, ist’s i h m der Herr von Frankreichs Landen!“
Nuovo Iasón sarà, di cui si legge
ne' Maccabei; e come a quel fu molle
suo re, così fia lui chi Francia regge».
Ich weiß nicht, ob man mich verwegen schilt,
Weil ich mit diesem Wort mein Schweigen brach:
„Sag an, war Christus etwa so gewillt,
Io non so s'i' mi fui qui troppo folle,
ch'i' pur rispuosi lui a questo metro:
«Deh, or mi dì: quanto tesoro volle
Dass er dem Petrus gegen Geld versprach,
Das hohe Schlüsselamt ihm zu verleihn?
Er sagte weiter nichts, als: Folgmirnach!
Nostro Segnore in prima da san Pietro
ch'ei ponesse le chiavi in sua balìa?
Certo non chiese se non "Viemmi retro".
Trugs Petrus und den andern Reichtum ein,
Als sie durch Losung den Matthias kürten,
Nachfolger des Ischariot zu sein?
Né Pier né li altri tolsero a Matia
oro od argento, quando fu sortito
al loco che perdé l'anima ria.
Die Sünden, die mit Recht hierher dich führten,
Verbüße nun und der geraubten Güter
Gedenk, die gegen Karl den Trotz dir schürten.
Però ti sta, ché tu se' ben punito;
e guarda ben la mal tolta moneta
ch'esser ti fece contra Carlo ardito.
Dich schützt die Ehrfurcht christlicher Gemüter,
Die Ehrfurcht vor den Schlüsseln, die im Lichte
Des Tages du bewahrtest einst als Hüter,
E se non fosse ch'ancor lo mi vieta
la reverenza de le somme chiavi
che tu tenesti ne la vita lieta,
Sonst ging mit dir ich strenger zu Gerichte..
Durch euern Geiz verderbt die Menschheit ist,
Durch euch wird Schlechtes groß, Gutes zunichte!
io userei parole ancor più gravi;
ché la vostra avarizia il mondo attrista,
calcando i buoni e sollevando i pravi.
Euch Päpste meinte der Evangelist,
Als er das Weib gesehn auf Meereswogen,
Das Könige zu umbuhlen sich vermisst.
Di voi pastor s'accorse il Vangelista,
quando colei che siede sopra l'acque
puttaneggiar coi regi a lui fu vista;
Die Siebenköpfige hat Kraft gesogen
Aus zehenfachem Horn, solang – bedacht
Und treu – der Tugend ihr Gemahl gepflogen.
quella che con le sette teste nacque,
e da le diece corna ebbe argomento,
fin che virtute al suo marito piacque.
Doch euer Gott ist Gold und Silberpracht,
Und besser sind die Heiden! Denn sie hangen
An e i n e m Götzen, wo ihr hundert macht.
Fatto v'avete dio d'oro e d'argento;
e che altro è da voi a l'idolatre,
se non ch'elli uno, e voi ne orate cento?
Wie viele Übel, Konstantin, entsprangen –
Nicht deinem Übertritt – nein! Deiner Schenkung,
Die einst der erste reiche Papst empfangen!“
Ahi, Costantin, di quanto mal fu matre,
non la tua conversion, ma quella dote
che da te prese il primo ricco patre!».
Indem ich vorsang ihm dies Lied – war’s Kränkung
Und Zorn? War’s das Gewissen, das ihn nagte? –
Er krümmte sich in schmerzlichster Verrenkung;
E mentr' io li cantava cotai note,
o ira o coscïenza che 'l mordesse,
forte spingava con ambo le piote.
Doch schien es mir, dass es Virgil behagte;
Befriedigt trank sein Ohr und aufmerksam
Die Wahrheit, die ich so mit Nachdruck sagte,
I' credo ben ch'al mio duca piacesse,
con sì contenta labbia sempre attese
lo suon de le parole vere espresse.
Worauf er mich in beide Arme nahm
Und unermüdet, eng ans Herz geschlossen,
Den Weg hinauf, den er herniederkam,
Però con ambo le braccia mi prese;
e poi che tutto su mi s'ebbe al petto,
rimontò per la via onde discese.
Bis zu dem Bogen trug, steil aufgeschossen,
Dran sich der vierte Damm und fünfte schmiegen,
Hier mich absetzend, sanft und unverdrossen,
Né si stancò d'avermi a sé distretto,
sì men portò sovra 'l colmo de l'arco
che dal quarto al quinto argine è tragetto.
So sanft, als ich ihm schien, als er gestiegen.
Denn so zerklüftet war der Weg und schmal,
Dass er mit Mühe gangbar selbst für Ziegen.
Quivi soavemente spuose il carco,
soave per lo scoglio sconcio ed erto
che sarebbe a le capre duro varco.
Von hier ward sichtbar mir ein andres Tal. Indi un altro vallon mi fu scoperto.
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