Werbung ausblenden
 

Zu Favoriten...

  Als Startseite...
Deutsch Italienisch Interpretation:
   Vierzehnter Gesang:
   Zusammenfassung und Deutung

DIE HÖLLE: XIV Gesang Inferno: XIV CANTO
Aus Liebe zu der Stadt, die mich geboren,
Gab ich zurück des Laubs verstreutes Kleid
Dem Stamm, der jetzt die Stimme schon verloren.
Poi che la carità del natio loco
mi strinse, raunai le fronde sparte
e rende'le a colui, ch'era già fioco.
Drauf kamen wir zur Grenze, wo sich reiht
Der zweite Kreis zum dritten, anzuschauen
Als Schreckenswunder derb Gerechtigkeit.
Indi venimmo al fine ove si parte
lo secondo giron dal terzo, e dove
si vede di giustizia orribil arte.
Getreu zu schildern dieses neue Grauen,
Vernehmt: dass wir zu einer Steppe kamen,
Die keine Pflanze litt in ihren Auen,
A ben manifestar le cose nove,
dico che arrivammo ad una landa
che dal suo letto ogne pianta rimove.
Und die der Schmerzenswald umgab als Rahmen,
Wie diesem selbst der Blutstrom dient zum Rande:
Dicht Saum-entlang wir unsern Weg hier nahmen.
La dolorosa selva l'è ghirlanda
intorno, come 'l fosso tristo ad essa;
quivi fermammo i passi a randa a randa.
DiesFeld bestand ausknietief.trocknem Sande,
Dass es wohl ganz wie jener Boden war,
Den Catos Fuß betrat inLibyens Lande. –
Lo spazzo era una rena arida e spessa,
non d'altra foggia fatta che colei
che fu da' piè di Caton già soppressa.
Wie stellst du dich so schrecklich allen dar,
O Rache Gottes, die jetzt lesen werden,
Was meinen Blicken hier ward offenbar!
O vendetta di Dio, quanto tu dei
esser temuta da ciascun che legge
ciò che fu manifesto a li occhi mei!
Von nackten Seelen sah ich ganze Herden,
Die klagten jämmerlich und weinten sehr,
Doch quälten jede andrer Art Beschwerden:
D'anime nude vidi molte gregge
che piangean tutte assai miseramente,
e parea posta lor diversa legge.
Die eine Schar lag rücklings dumpf und schwer,
Die andre starr in sich hinein gekauert,
Die dritte rannte ruhlos hin und her;
Supin giacea in terra alcuna gente,
alcuna si sedea tutta raccolta,
e altra andava continüamente.
Und diese, deren Laufschritt endlos dauert,
War größer, als die Kauernden, an Zahl,
Doch deren Schreinhat heftger mich durchschauert.
Quella che giva 'ntorno era più molta,
e quella men che giacëa al tormento,
ma più al duolo avea la lingua sciolta.
Denn wie bei stiller Luft im Alpental
Der Schnee fällt, so fiel hier ein dichter Schwaden
Von großen Feuerflocken allzumal.
Sovra tutto 'l sabbion, d'un cader lento,
piovean di foco dilatate falde,
come di neve in alpe sanza vento.
Wie Alexander einst auf Indiens Pfaden
Sein Heer vom Flammenregen sah bedroht,
Der ungedämpft im Sand noch mochte schaden,
Quali Alessandro in quelle parti calde
d'Indïa vide sopra 'l süo stuolo
fiamme cadere infino a terra salde,
Weshalb er zu zertreten rasch gebot
Die Einzelflocken, weil sich so erdrücken
Viel leichter ließ der Qualm, der aufgeloht -:
per ch'ei provide a scalpitar lo suolo
con le sue schiere, acciò che lo vapore
mei si stingueva mentre ch'era solo:
So sah ich hier des Glutstroms heiße Tücken
Den Sand erhitzen wie den Schwamm den Stahl
Und Doppelschmerz den armen Leib durchzücken.
tale scendeva l'etternale ardore;
onde la rena s'accendea, com' esca
sotto focile, a doppiar lo dolore.
Den unglückselgen Händen allzumal
Ward keine Ruh; ein fruchtlos ewges Regen
Rang abzuschütteln neuen Brandes Qual.
Sanza riposo mai era la tresca
de le misere mani, or quindi or quinci
escotendo da sé l'arsura fresca.
„O Herr,“ sprach ich, „dem alles unterlegen
Bis auf die Teufel, deren trotzge Wut
Am Eingangstor dir trotzte so verwegen,
I' cominciai: «Maestro, tu che vinci
tutte le cose, fuor che ' demon duri
ch'a l'intrar de la porta incontra uscinci,
Wer ist der Große dort, der, diese Glut
Verachtend,noch so dreist den Blick kann heben,
Als spräch er Hohn der Flammenregenflut?“
chi è quel grande che non par che curi
lo 'ncendio e giace dispettoso e torto,
sì che la pioggia non par che 'l marturi?».
Da hört ich diesen selbst mir Antwort geben,
Weil er mit Recht auf sich bezog die Frage:
„Im Tode blieb ich wie ich war im Leben!
E quel medesmo, che si fu accorto
ch'io domandava il mio duca di lui,
gridò: «Qual io fui vivo, tal son morto.
Ob Zeus mit Arbeit seinen Schmied auch plage,
Dem er entrissen einen seiner Blitze,
Der zürnend mich durchbohrt am letzten Tage –
Se Giove stanchi 'l suo fabbro da cui
crucciato prese la folgore aguta
onde l'ultimo dì percosso fui;
In Mongibellos rußgem Schmiedesitze
Sei alle zu ermüden er bedacht
Und rufe: Hilf, Vulkan! In Zorneshitze,
o s'elli stanchi li altri a muta a muta
in Mongibello a la focina negra,
chiamando "Buon Vulcano, aiuta, aiuta!",
Wie er in Phlegras Tal rief bei der Schlacht, -
Und sei auf mich sein stärkster Blitz geschwungen:
Ich weiß, dass nie ihm frohe Rache lacht!“
sì com' el fece a la pugna di Flegra,
e me saetti con tutta sua forza:
non ne potrebbe aver vendetta allegra».
Da hob so stark, wie sie mir nie geklungen,
Virgil die Stimme, dies ihm zuzuschrein::
„O Kapaneus, dass niemals du bezwungen
Allora il duca mio parlò di forza
tanto, ch'i' non l'avea sì forte udito:
«O Capaneo, in ciò che non s'ammorza
Den Hochmut, das wird dir zur größten Pein,
Denn keine Marter als dein eignes Wüten
Kann solcher Wut gerechtre Strafe sein!“
la tua superbia, se' tu più punito;
nullo martiro, fuor che la tua rabbia,
sarebbe al tuo furor dolor compito».
Zu mir sich wendend sprach er mit Begüten:“Von jenen sieben Drängern war er einer,
Die Theben zu erobern heiß sich mühten;
Poi si rivolse a me con miglior labbia,
dicendo: «Quei fu l'un d'i sette regi
ch'assiser Tebe; ed ebbe e par ch'elli abbia
Er schmähte Gott und spottet heut noch seiner,
Und wie ich sagte: Stolz ist seine Schande,
Und Trotz dient ihm als Ehrenschmuck wie keiner!
Dio in disdegno, e poco par che 'l pregi;
ma, com' io dissi lui, li suoi dispetti
sono al suo petto assai debiti fregi.
Nun folge mir, doch vorm erhitzen Sande
Nimm sorgsam deinen Fuß beim Gehen in Hut,
Dicht halte dich daher am Waldesrande.“ –
Or mi vien dietro, e guarda che non metti,
ancor, li piedi ne la rena arsiccia;
ma sempre al bosco tien li piedi stretti».
Stillschweigend kamen wir zu einer Flut,
Die blutrot aus dem Walde sprudelnd schwillt,
So dass noch heut mich schaudern macht dies Blut!
Tacendo divenimmo là 've spiccia
fuor de la selva un picciol fiumicello,
lo cui rossore ancor mi raccapriccia.
Wie aus Viterbos See der Sprudel quillt,
Den röhrenweis geteilt die Sünderinnen,
So strömte d e r hinab durch’s Sandgefild.
Quale del Bulicame esce ruscello
che parton poi tra lor le peccatrici,
tal per la rena giù sen giva quello.
Sein Bett und jede Böschung war von innen
Aus Stein gleich der Umfassung an den Seiten,
Dass leicht der Übergang hier zu gewinnen.
Lo fondo suo e ambo le pendici
fatt' era 'n pietra, e ' margini da lato;
per ch'io m'accorsi che 'l passo era lici.
„Von allem, was ich dir in diesen Weiten
Gezeigt, seit wir zum Weg uns angeschickt
Durch jenes Tor,
dass jeder darf durchschreiten –
«Tra tutto l'altro ch'i' t'ho dimostrato,
poscia che noi intrammo per la porta
lo cui sogliare a nessuno è negato,
Hat nichts dein Auge bis hierher erblickt,
Dem mehr Bewundrung als der Bach gebührte,
Der alle Flämmchen über sich erstickt!“
cosa non fu da li tuoi occhi scorta
notabile com' è 'l presente rio,
che sovra sé tutte fiammelle ammorta».
So sprach er, der zu diesem Ort mich führte;
Und ich: „Wohl äß ich auch die Speise gerne,
Danach ich durch dein Wort längst Esslust spürte.“ –
Queste parole fuor del duca mio;
per ch'io 'l pregai che mi largisse 'l pasto
di cui largito m'avëa il disio.
„Ein wüstes Eiland liegt in Meeresferne,“
Begann Virgil, „das Kreta ist genannt
Und keusch blieb unter seines Herrschers Sterne.
«In mezzo mar siede un paese guasto»,
diss' elli allora, «che s'appella Creta,
sotto 'l cui rege fu già 'l mondo casto.
Dort ragt ein Berg, als Ida weltbekannt,
Den grüner Wald mit muntern Quellen schmückte,
Jetzt trauert er verwildert, kahlgebrannt,
Una montagna v'è che già fu lieta
d'acqua e di fronde, che si chiamò Ida;
or è diserta come cosa vieta.
Wohin einst Rhea ihren Sohn entrückte,
Die listig, den Verfolger hintergehend,
Durch Lärm des Säuglings Schreien unterdrückte.
Rëa la scelse già per cuna fida
del suo figliuolo, e per celarlo meglio,
quando piangea, vi facea far le grida.
Im Berge weilt ein Greis: groß, aufrechtstehend,
Damiette im Rücken; seine Augen wenden
Nach Rom sich, wie in seinen Spiegel sehend.
Dentro dal monte sta dritto un gran veglio,
che tien volte le spalle inver' Dammiata
e Roma guarda come süo speglio.
Sein Haupt ist reines Gold; die Arme enden
In Silbererz, draus auch die Brust geründet;
Aus Kupfer ist der Rumpf bis zu den Lenden,
La sua testa è di fin oro formata,
e puro argento son le braccia e 'l petto,
poi è di rame infino a la forcata;
Von wo hinab sich hartes Eisen kündet.
Der rechte Fuß nur ist gebrannter Ton,
Drauf schier allein des Körpers Last sich gründet.
da indi in giuso è tutto ferro eletto,
salvo che 'l destro piede è terra cotta;
e sta 'n su quel, più che 'n su l'altro, eretto.
Bis auf das Gold sind alle Teile schon
Zerborsten; aus den Rissen träufeln Tränen,
Die ganz den Fels noch zu durchfressen drohn,
Ciascuna parte, fuor che l'oro, è rotta
d'una fessura che lagrime goccia,
le quali, accolte, fóran quella grotta.
Erst hier talniederziehn in feuchten Strähnen,
Als Phlegethon, Styx, Acheron sich zeigen,
Dann abwärtsbrausen durch der Felskluft Gähnen
Lor corso in questa valle si diroccia;
fanno Acheronte, Stige e Flegetonta;
poi sen van giù per questa stretta doccia,
Und dort, wo keiner tiefer mehr kann steigern,
Sich stauen zum Cocyt in Eisesbanden –
Bald siehst du ihn – drum kann ich davon schweigen.“
infin, là dove più non si dismonta,
fanno Cocito; e qual sia quello stagno
tu lo vedrai, però qui non si conta».
Doch ich: „Wenn dieses Baches Flut entstanden
Schon auf der Oberwelt, so mach mir kund:
Wie kommt’s, dass wir ihn erst hier unten fanden?“
E io a lui: «Se 'l presente rigagno
si diriva così dal nostro mondo,
perché ci appar pur a questo vivagno?».
Und er: „Du weißt, der Höllenraum ist rund
Und ob wir ständig auch beim Weiterschweifen
Nach linkshin abwärtsdrangen in den Schlund,
Ed elli a me: «Tu sai che 'l loco è tondo;
e tutto che tu sie venuto molto,
pur a sinistra, giù calando al fondo,
Wir konnten nicht den ganzen Kreis durchstreifen.
Drum, wenn du auch viel neue Wunder siehst,
Darf Staunen dich nicht allzu sehr ergreifen!“ –
non se' ancor per tutto 'l cerchio vòlto;
per che, se cosa n'apparisce nova,
non de' addur maraviglia al tuo volto».
„Doch sag, wo Phlegethon und Lethe fließt?
Von Lethe schweigst du? Jenen, hört ich sagen,
Bilde der Regen, der sich hier ergießt?“
E io ancor: «Maestro, ove si trova
Flegetonta e Letè? ché de l'un taci,
e l'altro di' che si fa d'esta piova».
Er sprach: „Nicht unlieb sind mir deine Fragen;
Doch sollte nicht des Wassers roter Sud
Für dich schon die Belehrung in sich tragen?
«In tutte tue question certo mi piaci»,
rispuose, «ma 'l bollor de l'acqua rossa
dovea ben solver l'una che tu faci.
Nicht in der Hölle rieselt Lethes Flut!
Den Seelen dient sie d o r t zum Läutrungsbade,
Wo Buße sie bereuter Schuld entlud.
Letè vedrai, ma fuor di questa fossa,
là dove vanno l'anime a lavarsi
quando la colpa pentuta è rimossa».
Doch fort vom Walde nun! – Hart am Gestade
Nachfolge mir, wo überm roten Gischt
Dem Fuß die Ränder bieten sichre Pfade,
Poi disse: «Omai è tempo da scostarsi
dal bosco; fa che di retro a me vegne:
li margini fan via, che non son arsi,
Weil über ihnen glut und Brand erlischt!“ e sopra loro ogne vapor si spegne».
<<< zurück
weiter >>>
Andrés Ehmann | Stephanstraße 11 | D-10559 Berlin