Werbung ausblenden
 

Zu Favoriten...

  Als Startseite...
Deutsch Italienisch Interpretation:

Dreizehnter Gesang: Zusammenfassung und Deutung

Auf der anderen Seite des Blutflusses beginnt der zweite Unterkreis des siebten Kreises. Hier sind die, die sich selbst aus dem Leben verabschiedet haben und die, die ihr Vermögen verschleudert haben. Diese werden in Sträucher verwandelt. Das Bild ist nicht besonders suggestiv, weil man nicht so ohne weiteres einsieht, warum dies die zum Selbstmord korrespondierende Strafe sein soll. Unter Umständen gibt die völlige Ausgedörrtheit einen Hinweis.

Nicht grün war hier das Laub, schwarzfarbig nur
Verkrüppelt Ast und Zweig zu knotgen Knorren
Statt Frucht flieht die Wildnis dichtverworren


Wer sich verabschiedet, wird eben keine Früchte hervorbringen. Wie dem auch immer sei, inspiriert hat Dante eine Szene aus der Äneis ( 3, 22), wo Äneas einen Zweig abbricht und dieser zu sprechen beginnt. Auf diesen trockenen Sträuchern sitzen Harpyien, in der griechischen Mythologie ein Mischwesen aus Greifvogel und Frau. Sie trugen die Seelen der Toten in den Tartarus, den Strafbereich des Hades. Auch aus ihrer Geschichte ergibt sich erstmal nichts, was sie zu Wächtern dieses Kreises prädestinierte.

Dante hört ein Wehklagen und meint, dass dies von Menschen stammen müsse, die im Gebüsch versteckt sind. Vergil fordert ihn auf, einen Zweig zu brechen, worauf der Busch gewordene Mensch ein Wehklagen anhebt.

Vergil entschuldigt sich dann bei dem Busch, der gekränkten Seele. Hätte Dante geglaubt, was in der Äneis steht, dann hätte er den Zweig nicht abgebrochen.

Gekränkte Seele, hätt er je geglaubt
Sprach der Poet, „was ihm aus meinem Sange
Bekannt nur war, nie hätt er sichs erlaubt

Dir wehzutun! Dass Kenntnis er erlange
Vom Wunderbaren, trieb – was ich jetzt mich reut-
Mein Rat ihn an, in seinem Willensdrange

Der Mensch, der hier zu einem Strauch verwandelt wurde ist Pier delle Vigne, der Kanzler und Vertraute Friedrichs II (1194-1250), des Enkels des Kaiserkönig Barbarossa aus dem Hause Staufen und Sohn Heinrich IV, er war auch König von Sizilien. Pier delle Vigne wurde 1190 geboren, studierte dann in Bologna mit dem Ziel, Universitätsprofessor zu werden, wurde aber von Friedrich II zum Kanzler berufen. Im Jahre 1247 lässt Friedrich II ihn aus heute unklaren Gründen ins Gefängnis von Borgo San Donnino werfen und dort mit einem Eisenstab geblendet. Als er dann zu Pferde in Richtung Toscana mit unbekanntem Ziel verschleppt wurde, bringt er sich um, indem er sich vom Pferd stürzt. Gerüchte besagen, dass Friedrich II hinter seiner Frau her war, andere, dass eben Pier delle Vigne hinter der gleichen Frau her war wie Friedrich II. Möglich auch, dass sich Pier delle Vigne im Gestrüpp zwischen Anhänger des Papstes, der Unabhängigen und sonstigen wirtschaftlichen und religiösen Streitigkeiten verhedderte. Dante nennt die Neider, die ihn verleumdeten.

Die Metze, aller Welt Verderb, daneben
Verpönt als Hofpest, die nicht auszumerzen,
Die geilen Blicke pflegt zum Thron zu heben

Sie schürte gegen mich so aller Herzen
Bis der entfachte Groll auch ihn entfachte
Und Glanz und Ehr mir wurden Schmach und Schmerzen

Er bittet Dante dann, wenn er wieder an der Oberfläche ist, sich für die Herstellung seiner Ehre einzusetzen. Die Ansichten Dantes, wer wann in welchen Höllenkreis gehört sind ja manchmal merkwürdig, aber immerhin korreliert der gesunde Menschenverstand mit seinen Empfindungen, denn für Pier delle Vigne empfindet er Mitleid.

Schließlich will Dante noch wissen, wie die Seelen in die Büsche kommen und ob sie da am Tag des jüngsten Gerichts wieder rauskommen.

Zwei Gestalten treten nun auf, die sich zwar nicht selber umgebracht, aber ihr Hab und Gut verschleudert haben. Diese werden von Hunden, Symbol der Gläubiger die sie verfolgen, durch die Büsche gejagt. Der eine, im Text nicht genannte (erst der Busch spricht ihn an), ist der Paduaner Giacomo da Sant‘ Andrea (gest. 1239), der es fertigbrachte, das von seiner Mutter geerbte Vermögen restlos aufzubrauchen, versteckt sich in einem Busch, worauf die Hunde den Busch zerfetzen, was diesen wiederum fragen lässt, warum er, der nicht für seine Lasterhaftigkeit verantwortlich ist, sich ihm als Schild dienend zerfetzen lassen muss. Der andere, im Text namentlich genannte, ist Lano aus Siena (gest. 1287), der in der Schlacht bei Troppo zwischen den Senesen und Aretinern auf der Flucht zu Tode kam.

Wer der Busch selber ist, ist nicht bekannt, aber offensichtlich ein Florentiner, der sich in seinem Hause umbrachte.

Die Verse dazwischen beziehen sich auf die Tatsache, dass Florenz ursprünglich den Gott Mars als Schatzpatron gewählt hatte, dann aber Johannes der Täufer. Dies wiederum erzürnte Mars, der die Stadt durch Attila in Schutt und Asche legen ließ und wäre nicht an der Arnobrücke noch ein Bildnis des Gottes Mars, dann würde das wohl nochmal passieren.


DIE HÖLLE: XIII Gesang Inferno: XIII CANTO
Noch war nicht Nessus jenseits angekommen,
Als dichtverwachsen, ohne Wegespur,
Ein düsterwild Gehölz uns aufgenommen.
Non era ancor di là Nesso arrivato,
quando noi ci mettemmo per un bosco
che da neun sentiero era segnato.
Nicht grün war hier das Laub, schwarzfarbig nur,
Verkrüppelt Ast und Zweig zu knotgen Knorren,
Statt Frucht bot Giftdorn kärglich die Natur.
Non fronda verde, ma di color fosco;
non rami schietti, ma nodosi e 'nvolti;
non pomi v'eran, ma stecchi con tòsco.
Nicht bei Cornet und Cecina lässt dorren
Solch dichtes Waldgestrüpp der Sonne Glühen,
Selbst Raubzeug flieht die Wildnis dichtverworren.
Non han sì aspri sterpi né sì folti
quelle fiere selvagge che 'n odio hanno
tra Cecina e Corneto i luoghi cólti.
Hier aber nisten scheußliche Harpynen,
Die – von den Inseln Trojas Volk zu scheuchen –
Ihm prophezeit zukünftge Not und Mühen.
Quivi le brutte Arpie lor nidi fanno,
che cacciar de le Strofade i Troiani
con tristo annunzio di futuro danno.
Von Brust und Antlitz Mensch, mit Federbäuchen,
Bekrallten Füßen und gewaltgen Schwingen,
Wehklagen sie auf seltsamen Gesträuchen.
Ali hanno late, e colli e visi umani,
piè con artigli, e pennuto 'l gran ventre;
fanno lamenti in su li alberi strani.
Da sprach Virgil: „Bevor wir weiterdringen,
Vernimm, dass dich der zweite Kreis umschließt;
Ihm zu entgehen wird dir erst gelingen,
E 'l buon maestro «Prima che più entre,
sappi che se' nel secondo girone»,
mi cominciò a dire, «e sarai mentre
Wenn grauenvoll das Sandmeer uns umfließt.
Drum habe acht, ob du des Wunderbaren,
Das ich versprochen, die Bestätgung siehst.“
che tu verrai ne l'orribil sabbione.
Però riguarda ben; sì vederai
cose che torrien fede al mio sermone».
Gleich hört ich Seufzer banger Brust entfahren
Und stand nun, der Verwirrung ganz zum Raube,
Denn nirgends konnt ich Klagende gewahren.
Io sentia d'ogne parte trarre guai
e non vedea persona che 'l facesse;
per ch'io tutto smarrito m'arrestai.
Der Meister, glaub ich, glaubte, dass ich glaube,
Dies Ächzen könnte aus den Herzen steigen
Von solchen, die verborgen sich im Laube?
Cred' ïo ch'ei credette ch'io credesse
che tante voci uscisser, tra quei bronchi,
da gente che per noi si nascondesse.
Da sprach er: „Brich nur einen von den Zweigen,
So muss die Meinung, die dein Argwohn fasste,
Sich dir im Augenblick als irrig zeigen!“
Però disse 'l maestro: «Se tu tronchi
qualche fraschetta d'una d'este piante,
li pensier c'hai si faran tutti monchi».
Gleich griff ich mit der Hand nach einem Aste
Und brach ein Reis – da schrie der Dornenbaum:
„Was pflügst du mich? – und tröpfelnd an dem Baste,
Allor porsi la mano un poco avante
e colsi un ramicel da un gran pruno;
e 'l tronco suo gridò: «Perché mi schiante?».
Wo ich’s vom Stamm gelöst, stand blutger Schaum.
Und wieder rief’s: „Warum denn mich so zwicken?
Hat deine Seele nicht für Mitleid Raum?
Da che fatto fu poi di sangue bruno,
ricominciò a dir: «Perché mi scerpi?
non hai tu spirto di pietade alcuno?
Einst Mensch, kannst du mich jetzt als Strauch erblicken!
Doch deine Hand wär noch zu ungelinde,
Gält es auch Schlangenseelen hier zu knicken!“
Uomini fummo, e or siam fatti sterpi:
ben dovrebb' esser la tua man più pia,
se state fossimo anime di serpi».
Und wie ein Jungholz, dessen grüne Rinde
An einem Ende glüht, am andern zischt
Und schwelt, bis dass der Dunst den Ausweg finde,
Come d'un stizzo verde ch'arso sia
da l'un de' capi, che da l'altro geme
e cigola per vento che va via,
So quollen hier auch Wort und Blut gemischt,
Dass mir der Zweig entfiel, den ich geraubt,
Bestürzt wie der, dem aller Mut erlischt.
sì de la scheggia rotta usciva insieme
parole e sangue; ond' io lasciai la cima
cadere, e stetti come l'uom che teme.
„Gekränkte Seele, hätt er je geglaubt,“
Sprach der Poet, „was ihm aus meinem Sange
Bekannt nur war, nie hätt er sich’s erlaubt,
«S'elli avesse potuto creder prima»,
rispuose 'l savio mio, «anima lesa,
ciò c'ha veduto pur con la mia rima,
Dir wehzutun! Dass Kenntnis er erlange
Vom Wunderbaren, trieb – was jetzt mich reut –
Mein Rat ihn an in seinem Willensdrange.
non averebbe in te la man distesa;
ma la cosa incredibile mi fece
indurlo ad ovra ch'a me stesso pesa.
Doch sag ihm, wer du warst, und er erneut
Auf Erden deinen Ruhm, den Fehl zu sühnen,
Sobald zum Licht die Rückkehr ihn erfreut.“
Ma dilli chi tu fosti, sì che 'n vece
d'alcun' ammenda tua fama rinfreschi
nel mondo sù, dove tornar li lece».
Da sprach der Stamm: „Des Worts mich zu erkühnen,
Lockt freundlich mich dein Wunsch; nicht tadelt mich,
Lass ich Erinnerung zu reichlich grünen.
E 'l tronco: «Sì col dolce dir m'adeschi,
ch'i' non posso tacere; e voi non gravi
perch' ïo un poco a ragionar m'inveschi.
Ich bin’s, der Friedrichs Herz vertrauend sich,
Kraft zweier Schlüssel, auf- und zugeschlossen,
Und zwar mit so gelinder Hand, dass ich,
Io son colui che tenni ambo le chiavi
del cor di Federigo, e che le volsi,
serrando e diserrando, sì soavi,
Und ich allein sein ganz Vertraun genossen!
Bis ich im hohen Amt ihm Schlaf und Leben
Geopfert, weihte ich mich unverdrossen.
che dal secreto suo quasi ogn' uom tolsi;
fede portai al glorïoso offizio,
tanto ch'i' ne perde' li sonni e ' polsi.
Die Metze, aller Welt Verderb, daneben
Verpönt als Hofpest, die nicht auszumerzen,
Die geile Blicke pflegt zum Thron zu heben,
La meretrice che mai da l'ospizio
di Cesare non torse li occhi putti,
morte comune e de le corti vizio,
Sie schürte gegen mich so aller Herzen,
Bis der entfachte Groll auch ihn entfachte,
Und Glanz und Ehrb mir wurden Schmach und Schmerzen.
infiammò contra me li animi tutti;
e li 'nfiammati infiammar sì Augusto,
che ' lieti onor tornaro in tristi lutti.
Da war’s mein Geist, der zorndurchlodert dachte,
Nur rascher Tod wär’s, der den Schimpf zerstreue,
Und s o mir, dem Gerechten, Unrecht brachte.
L'animo mio, per disdegnoso gusto,
credendo col morir fuggir disdegno,
ingiusto fece me contra me giusto.
Bei diesen Wurzeln schwör ich hier aufs Neue:
Den wohlverdienten Ruhmes Lorbeer schmückt,
Nie brach ich meinem Herrn den Eid der Treue!
Per le nove radici d'esto legno
vi giuro che già mai non ruppi fede
al mio segnor, che fu d'onor sì degno.
Wer drum von euch noch einmal wird entrückt
Zur Erde,helfe mein Gedächtnis heben
Vom Staube, drin der Neid es niederdrückt!“
E se di voi alcun nel mondo riede,
conforti la memoria mia, che giace
ancor del colpo che 'nvidia le diede».
Er sprach’s und schwieg. – „Soll ich dir Antwort geben,
Und hast du noch zu weitern Fragen Lust,“
Drängte Virgil, „lass nicht die Zeit entschweben!“ –
Un poco attese, e poi «Da ch'el si tace»,
disse 'l poeta a me, «non perder l'ora;
ma parla, e chiedi a lui, se più ti piace».
„Gern hätt ich manches Wichtge noch gewusst,“
Sprach ich, „doch d u magst lieber ihn befragen;
Ich kann’s nicht, Mitleid martert mir die Brust.“
Ond' ïo a lui: «Domandal tu ancora
di quel che credi ch'a me satisfaccia;
ch'i' non potrei, tanta pietà m'accora».
Virgil sprach: „Was du dem hier aufgetragen,
Gefangner Geist, wird gern Erfüllung finden,
Doch erst beliebe dir’s, unds anzusagen:
Perciò ricominciò: «Se l'om ti faccia
liberamente ciò che 'l tuo dir priega,
spirito incarcerato, ancor ti piaccia
Wie presst in diese knorrigrauhen Rinden
Der Geist sich ein? Und: Hat am jüngsten Tage
Die Seele Macht, der Haft sich zu entwinden?“
di dirne come l'anima si lega
in questi nocchi; e dinne, se tu puoi,
s'alcuna mai di tai membra si spiega».
Da rauschte laut der Stamm auf diese Frage,
Und langsam ward das Rauschen dann zur Stimme:
„Kurz darf nur sein, was ich zur Antwort sage!
Allor soffiò il tronco forte, e poi
si convertì quel vento in cotal voce:
«Brievemente sarà risposto a voi.
Wenn sich die Seelen losgetrennt im Grimme,
durch den sich Menschen frevelhaft entleiben,
Schickt sie zum siebten Schlund Minos, der schlimme,
Quando si parte l'anima feroce
dal corpo ond' ella stessa s'è disvelta,
Minòs la manda a la settima foce.
Wo sie, des Zufalls Spielball, liegen bleiben
An einem Ort, den nicht ihr Wunsch erkor,
Um wuchernd wie ein Keim dort aufzutreiben:
Cade in la selva, e non l'è parte scelta;
ma là dove fortuna la balestra,
quivi germoglia come gran di spelta.
So schießt hier Busch und Baum zum Wald empor!
Harpynen nähren sich von unserm Laube,
Sie schaffen Qual, doch auch der Qual ein Tor.
Surge in vermena e in pianta silvestra:
l'Arpie, pascendo poi de le sue foglie,
fanno dolore, e al dolor fenestra.
Auch uns beschenkt man mit dem Leib von Staube dereinst, doch ohne Recht, sich drin zu kleiden:
Verscherzt war sein Besitz im Lebensraube.
Come l'altre verrem per nostre spoglie,
ma non però ch'alcuna sen rivesta,
ché non è giusto aver ciò ch'om si toglie.
Hier schleppen wir ihn her zum Wald der Leiden,
Hier wird an d e m Gehölz die Hülle hangen,
Das jedem eignet, ihn zu unterscheiden!“ –
Qui le strascineremo, e per la mesta
selva saranno i nostri corpi appesi,
ciascuno al prun de l'ombra sua molesta».
Noch lauschten wir dem Stamme, voll Verlangen
Erwartend, dass er mehr noch wolle sprechen,
Als plötzlich Lärm und wilde Stimmen klangen,
Noi eravamo ancora al tronco attesi,
credendo ch'altro ne volesse dire,
quando noi fummo d'un romor sorpresi,
Als ob des Weidmanns Gier mit Stoß und Stechen
Den Eber stellt, dem mit Gebell die Meute
Durchs Dickicht nachstürzt, dass die Zweige brechen.
similemente a colui che venire
sente 'l porco e la caccia a la sua posta,
ch'ode le bestie, e le frasche stormire.
Und siehe! Zwei von Biß und Schlag zerbleute,
Zerkratzte Nackte stürmten links heran,
Dass ihen Weg zerknickt Geäst bestreute.
Ed ecco due da la sinistra costa,
nudi e graffiati, fuggendo sì forte,
che de la selva rompieno ogne rosta.
„Komm Tod, o komm!“ schrie laut der Vordermann;
Dem zweiten schien’s nicht schnell genug zu gehen
„Lano!“ rief er, „bei Toppo auf dem Plan
Quel dinanzi: «Or accorri, accorri, morte!».
E l'altro, cui pareva tardar troppo,
gridava: «Lano, sì non furo accorte
Konnt ich beim Waffenspiel dich träger sehen!“
Doch der verschlang, weil ihm die Lust vergangen,
Sich rasch mit einem Strauch, den er sah stehen.
le gambe tue a le giostre dal Toppo!».
E poi che forse li fallia la lena,
di sé e d'un cespuglio fece un groppo.
Gestreckten Laufs, ihm hart am Fuße, sprangen
Schwärzliche Rüden lechzend hinterm Wilde,
Als hielt zu lang die Koppel sie gefangen.
Di rietro a loro era la selva piena
di nere cagne, bramose e correnti
come veltri ch'uscisser di catena.
Doch der geduckt den Strauch sich nahm zum Schilde,
Den packten sie zerfleischend wutentbrannt,
Die blutgen Glieder streuend ins Gefilde.
In quel che s'appiattò miser li denti,
e quel dilaceraro a brano a brano;
poi sen portar quelle membra dolenti.
Da nahm mich mein Begleiter bei der Hand
Und zog zu jenem Strauch mich, den vergebens
Aus manchem blutgen Riß ich klagen fand:
Presemi allor la mia scorta per mano,
e menommi al cespuglio che piangea
per le rotture sanguinenti in vano.
„Was half’s, o Jakob, dir: voll eiteln Strebens
Zu fliehn und mich zu deinem Schirm zu machen?
Bin i c h die Ursach deines Lasterlebens?“
«O Iacopo», dicea, «da Santo Andrea,
che t'è giovato di me fare schermo?
che colpa ho io de la tua vita rea?».
Drauf trat Virgil zum Strauch, dem sterbensschwachen:
„Wer bist du, der aus soviel blutgen Toren
Schmerzliche Jammerklagen lässt erwachen?“
Quando 'l maestro fu sovr' esso fermo,
disse: «Chi fosti, che per tante punte
soffi con sangue doloroso sermo?».
Da rief der Strauch: „O Seelen, auserkoren
Zum Anblick meiner martervollen Schmach,
Wodurch mir schmerzhaft ging mein Laub verloren;
Ed elli a noi: «O anime che giunte
siete a veder lo strazio disonesto
c'ha le mie fronde sì da me disgiunte,
Tragt’s her zum Jammerstrauch, davon es brach!
Die Stadt gebar mich, die anstatt des alten
Patrons den Täufer sich erkor, wonach
raccoglietele al piè del tristo cesto.
I' fui de la città che nel Batista
mutò 'l primo padrone; ond' ei per questo
Des ersten Kunst und List dort schädlich walten.
Und wär am Veccio nicht, zu dem im krümmern
Flussbett der Arno rollt, sein Bild erhalten -:
sempre con l'arte sua la farà trista;
e se non fosse che 'n sul passo d'Arno
rimane ancor di lui alcuna vista,
Der Ruhm der Bürger, die aus Schutt und Trümmern
Florenz nach Attilas Zerstörungsgraus
Neublühen ließen, - würde bald verkümmern.
que' cittadin che poi la rifondarno
sovra 'l cener che d'Attila rimase,
avrebber fatto lavorare indarno.
Zum Galgen schuf ich mir mein eigen Haus!“ Io fei gibetto a me de le mie case».
<<< zurück
weiter >>>
Andrés Ehmann | Stephanstraße 11 | D-10559 Berlin